In der blauen Stunde nimmt das Haus Wasserkunst die Gestalt einer Skulptur an. Fotos: LRZ / Wienerberger / Stefan Müller

Markantes Zusammenspiel von Fläche und Öffnung

ID-26-PORFotos: LRZ / Wienerberger / Stefan Müller

Auf der Halbinsel Stadtwerder entwickelt Bremen seit 2009 ein zentrumsnahes Wohngebiet. Herzstück ist das Gelände des Wasserwerks, dessen Wasserturm als Backsteinbau den städtebaulichen Mittelpunkt des Areals bildet. Um den Turm gruppieren sich verschiedene Baufelder, die im Sinne der gestalterischen Vielfalt und sozialen Lebendigkeit mit verschiedenen Gebäudetypologien in unterschiedlichen Geschosszahlen bebaut werden.

Markantes Zusammenspiel von Fläche und Öffnung

Eine städtebauliche Besonderheit bildet das Baufeld 33 für ingesamt 22 Einfamilienhäuser. Um eine urbane Prägung und Identität zu kreieren, die sich von der typischen Stadtrandbebauung unterscheidet, formulierte die Stadt neben dem städtebaulichen Rahmenplan eine eigene Gestaltungsfibel und lobte einen Architekturwettbewerb aus. Leitbild war dabei das dreigeschossige kubische Stadthaus mit Flachdach – angelehnt an die alten Wasserwerksgebäude. Aus dem Architekturwettbewerb gingen zehn prämierte Entwürfe hervor, die jedoch für die Erwerber der einzelnen Grundstücke nur ein Angebot und keine Verpflichtung darstellten.

Rahmenplan mit individuellen Freiräumen

Damit war für den Architekten Rainer Schürmann der Weg frei, das Wohnhaus Wasserkunst zum eigenen Bauvorhaben zu machen. Während die Kubatur weitgehend vorgegeben war, ließ die Gestaltungsfibel im Materialkanon durchaus Freiräume.

Schürmann interpretierte das urbane, klar strukturierte Stadthaus mit einer lebendig, orangebunt changierenden geschlossenen Fassadenfläche, die durch großzügige Eckfenster und auf drei Gebäudeseiten durch zentral eingerückte Loggien gegliedert sind. Für die Eingangsseite entwickelte die Bauherrin Gunda Schürmann eine perforierte Ziegelfassade, die eine ungewöhnliche vertikale Gebäudeachse markiert.

Die Wertschätzung der Bauherren für Mies van der Rohe und damit für eine klare Gliederung des Baukörpers lässt sich in der Außenansicht deutlich ablesen, findet sich aber auch im Inneren wieder.

Entwurf mit Licht und Ordnung

Die Regelmäßigkeit der Innenräume überträgt sich auf die Fassadeneinteilung, die durch die mittig gelegenen Loggien quasi in vier Türme mit geschosshohen Eckfenstern gegliedert ist. Die in Grau ausgeführten Fugen unterstützen die Ausstrahlung der großen geschlossenen Ziegelflächen. Sie sind mit einem halben Stein als Vormauerschale ausgeführt. Der Läuferverband sorgt für ein regelmäßiges ruhiges Fugenbild, in dem die variantenreichen Oberflächen gut zur Geltung kommen. Die Vormauerziegel variieren nicht nur nach Ton und Brandbedingungen in der Farbe, sondern auch in der Textur. Das ist möglich durch die Herstellung als Wasserstrichziegel: Dabei wird der Ton durch Drehtisch-Pressen gedrückt und Wasser als Trennmittel verwendet. Das sorgt für die unverwechselbare Oberflächenstruktur und den Unikatcharakter jedes Ziegels.

Architekt:

Rainer Schürmann
Konsul Smidt Strasse 8e
28217 Bremen

Ausführende Baufirma:

Partner-Bau Schnackenberg-von Oesen GmbH, Brillit (Niedersachsen)

Bauherr:

Gunda und Rainer Schürmann

Standort:

Bremen

 

 

Auszeichnungen:

Bauherrenpreis Bremen 2012
Bauherrenpreis 2013
Brick Award 2014: Shortlist
Fritz-Höger-Preis 2014: Special Mention

Maurerarbeiten und Fassadentechnik:

Partner-Bau Schnackenberg-von Oesen GmbH, Brillit (Niedersachsen)

Dienstleistungen rund um den Ziegel

Lebensraum Ziegel bietet Ihnen die Möglichkeit sich als Ziegelexperte zu registrieren.

 

Zur Registrierung!

Neues aus der Welt der Ziegel

Sie haben interessante Informationen oder wollen eine Veranstaltung auf Lebensraum Ziegel veröffentlichen?
Dann nutzen Sie unseren Service!

 

zum Veröffentlichungsservice