Deutsche Poroton GmbH / Eva Schwarz Fotos: LRZ / Deutsche Poroton / Eva Schwarz / Martin Cors

Ein Zeichen in Rot

ID-40-PORFotos: LRZ / Deutsche Poroton / Eva Schwarz / Martin Cors

Schon von der Ferne wirkt das Internationale Begegnungszentrum (IBZ) der Technischen Universität Dortmund durch das Rot, angelehnt an die Farbe von Klinkern. Das IBZ auf dem Campus Nord der TU Dortmund deckt den Bedarf an Räumlichkeiten für Begegnungen zwischen ausländischen und deutschen Studierenden. Die Besucher treffen hier nicht nur auf einen funktionalen Bau, sondern auch auf einen spannenden Entwurf.

Ein Zeichen in Rot

Gekonnt wurde der Baukörper in die Umgebungsbebauung der Campusarchitektur aus den 60er Jahren integriert. Nach dem vom Institut für Städtebau der TU Dortmund erarbeiteten Masterplan für den Universitätscampus sollten Nachverdichtung und klare Raumkanten diesen in Zukunft aufwerten. Und so präsentiert sich der Neubau des klassischen Einraumgebäudes, geplant von Martin Cors, Imke Woelk & Partner, Berlin, und Professor Christoph Mäckler, eigenständig in Architektur und Konstruktion.

Schaufenster

Den Planern gelang es, dem IBZ einen außergewöhnlichen Charakter zu verleihen, was im Wesentlichen durch die Fassade und die „gefaltete Gebäudeerhöhung“ am südlichen Ende bestimmt wird. Als Schaufenster der Universität dient das großflächige Glaselement des „Bühnenhauses“. Gekrönt wird der Baukörper von sieben Fahnenmasten. Einzigartig ist die Gestaltung der Fassade, die in Farbe und Struktur die roten Klinker- und Putz-Fassaden im angrenzenden Technologiezentrum fortsetzt. Der rote Kammputz nimmt mit seinen horizontalen Fugen das Licht- und Schattenspiel von Ziegelfassaden auf.

Offener und flexibler Grundriss

Neben der äußeren Form wird das IBZ durch sein Raumprogramm geprägt. Im Vordergrund stand die Idee einer variablen Nutzung. Das Gebäude besteht im Prinzip aus nur einem Raum, in den einzelne Elemente eingestellt wurden. Rotes raumbildendes Mobiliar aus MDF, eine Reminiszenz an die Fassade, gliedert einen großen Veranstaltungsraum für bis zu 200 Personen, ein Foyer im Mittelteil und drei Seminarräume im Norden. Die Elemente wurden dabei nicht bis zu den Raumkanten geführt, sondern mit Glaseinfassungen abgesetzt.

Farbkontrast

Auffallend im 180 Quadratmeter großen Veranstaltungssaal ist das Farbkonzept. Neben dem roten Sitzbankelement mit schwarzer Doppeltür dominiert eine puristische Bestuhlung in Grün und Schwarz. Unterstützt wird der Kontrast durch eine zurückhaltende natürliche Farbgebung der Sichtbetonrippendecke, dem hellen Eichenholzparkettboden und den weiß gekalkten Außenwänden. Das Foyer ist nicht nur Transferzone, sondern auch Aufenthaltsbereich. Eine Catering-Küche sowie ein Thekenbereich, in einem eingestellten Baukörper in Rot untergebracht, unterstreichen das. Ergänzt wird das Angebot im Eingangsbereich durch tiefe Fensterbänke.

Solide Konstruktion

Um für die vielen Veranstaltungen auch ein angenehmes Raumklima zu schaffen, wurde bei der Konstruktion auf einen Massivbau aus Ziegeln gesetzt. Ein Grund hierfür ist der positive Einfluss von Ziegeln auf das Raumklima. Diffusionsoffen können sie genügend Feuchte aufnehmen, was besonders bei großem Publikumsverkehr von Vorteil ist. Die zum Einsatz kommenden 49 Zentimeter starken Ziegel ermöglichen eine sehr hohe Wärmedämmung ohne zusätzliches Wärmedämmverbundsystem. Der 4 Zentimeter starke Kammputz außen und ein 2 Zentimeter starker Kalkputz innen bilden die thermischen Wandabschlüsse. Wand- und Deckenkonstruktion erlaubten die Idee eines Einraumgebäudes und einen stützenfreien Innenbereich.

Architekt:

Martin Cors, Imke Woelk & Partner, Berlin

Bauherr:

Technische Universität Dortmund

Standort:

Universitätsgelände TU Dortmund

Kategorie:

Funktionsbauten

Baujahr:

April – Dezember 2009

 

 

Bruttogeschossfläche:

698,00 m²

Ziegelformat:

49,00 cm gefüllt

U-Wert:

0,14 W/m²K

Haustechnisches Konzept:

Fußbodenheizung mit Fernwärme

Dachform/-neigung:

Flachdach 2 %

Dacheindeckung:

extensiv begrünt mit System Steinrosenflor

Fassade:

4 cm Kammputz

Tragwerksplaner:

Stephan Schneider, Construct-Ing., Dortmund / Prüfstatik PSP

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