Wohnungsmärkte in Deutschland bleiben gespalten

BBSR legt Bericht "Wohnungs- und Immobilienmärkte in Deutschland 2016" vor

Foto: Deutsche Poroton

Während der Wohnungsbau in Großstädten und deren Umland mit der wachsenden Nachfrage nicht Schritt hält und preisgünstige Wohnungen fehlen, ist das Wohnungsangebot in Regionen abseits der Ballungsräume weitaus größer als die Nachfrage. Preisrückgänge, Leerstand und die Gefährdung der Wirtschaftlichkeit des Immobilienbesitzes sind die Folge. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht "Wohnungs- und Immobilienmärkte in Deutschland", den das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung in Berlin vorgestellt hat.

Wie groß die regionalen Unterschiede sind, zeigt vor allem die Schere bei Wohnungsmieten: Die Spanne bei durchschnittlichen Neuvertragsmieten reichte im ersten Halbjahr 2016 von 4,24 € je m² in Wunsiedel im Fichtelgebirge bis zu 15,52 € je m² in der Stadt München. Vor allem in einigen großen Städten über 500.000 Einwohner und in kleineren Großstädten steigen die Mieten weiter. Bundesweit legten die Neuvertragsmieten im ersten Halbjahr um 3,2 % zu. Getrieben werden die Mieten durch die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum in wachsenden Städten.

Baufertigstellungen hinken Baugenehmigungen hinter

"Die hohen Baugenehmigungszahlen für das erste Halbjahr 2016 machen deutlich, dass der Markt auf die Wohnungsknappheit mit einer Ausweitung des Angebots reagiert. Angesichts der hohen Preise in den Kernstädten suchen sich immer mehr Bauherren bezahlbare Alternativen außerhalb der Großstädte", sagte BBSR-Direktor Harald Herrmann. Nach Auswertungen der Wohnungsmarktexperten legten die Genehmigungszahlen im ersten Halbjahr 2016 vor allem in den Umlandkreisen der Großstädte gegenüber dem Vorjahreszeitraum überdurchschnittlich zu.

Herrmann mahnte: "Nicht jede Wohnung, die genehmigt wird, wird am Ende auch gebaut. Die Baugenehmigungen dürften sich erst in zwei bis drei Jahren auch in deutlich höheren Neubauzahlen niederschlagen."

Neubauzahlen im geförderten Wohnungsbau legen leicht zu

Der Neubau im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung der Länder gewinnt für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums wieder an Bedeutung, wie aus der BBSR-Studie hervorgeht. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre wurden im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung der Länder jährlich nur etwa 10.000 Mietwohnungen fertiggestellt. Erst 2014 und 2015 gingen die Zahlen etwas nach oben. 2015 wurden über 14.000 neue Mietwohnungen gefördert.

Als weitere Herausforderung für den Gebäudebestand nennt der Bericht die altersgerechte Anpassung an die Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft. Schon heute fehlen dem Bericht zufolge bis zu 2 Mio. altersgerechte Wohnungen. Bis 2030 sind zusätzlich etwa 2,9 Mio. altersgerechte Wohnungen mit einem geschätzten Investitionsbedarf von bis zu 50 Mrd. € erforderlich.  

Dienstleistungen rund um den Ziegel

Lebensraum Ziegel bietet Ihnen die Möglichkeit sich als Ziegelexperte zu registrieren.

 

Zur Registrierung!

Neues aus der Welt der Ziegel

Sie haben interessante Informationen oder wollen eine Veranstaltung auf Lebensraum Ziegel veröffentlichen?
Dann nutzen Sie unseren Service!

 

zum Veröffentlichungsservice