Fotos: LRZ / Unipor, München

Ziegelwohnhaus mit Zeltdach

ID-07-UFotos: LRZ / Unipor, München

Beim kompakten Wohnhaus in Bösinghausen nahe Göttingen laufen die vier Flächen des Zeltdaches zu einer Glaspyramide zusammen und tragen so zur intensiven Lichtdurchflutung des Hauses bei. Porosierte Wärmedämmziegel ermöglichen mit einer relativ geringen Außenwanddicke einen hohen energiesparenden Wärmeschutz – auch ohne Zusatzdämmung der Außenwand.

Ziegelwohnhaus mit Zeltdach

Mediterranes Flair

Das Zeltdach mit Tondachziegeleindeckung und seinen breiten Dachüberständen knüpft bewusst an die harmonische Außenwirkung von vergleichbaren traditionellen Hausdächern in Italien oder Spanien an. Der Wohn- und Essbereich füllt den Großteil der Erdgeschossfläche aus. Jeweils über Eck sind im Dachgeschoss das Schlafzimmer der Eltern, das Badezimmer sowie die zwei Kinderzimmer angeordnet. Diese räumliche Einteilung entspricht genau der Position der zwei Gästezimmer, des Hausarbeitsraumes und eines Abstellraumes im komplett ausgebauten Kellergeschoss.

Ziegel mit vielen Pluspunkten

An den Wandbaustoff für die monolithische Bauweise wurden große Erwartungen gestellt. Er sollte baubiologisch unbedenklich sein, zudem von hoher bauphysikalischer Qualität und aus der Region stammen. Bauherr und Architekt entschieden sich deshalb für den Wärmedämmziegel des Ziegelwerks Friedland. Bereits mit einer Stärke von 36,5 Zentimetern gewährleistet das beidseitig verputzte Mauerwerk einen niedrigen Wärmedurchgangswert von 0,35 W/(m²K). Grund dafür ist die geringe Wärmeleitfähigkeit von 0,14 W/(mk) des eingesetzten Blockziegels. Auch bei den Innenwänden (11,5 Zentimeter im Erd- und Dachgeschoss, 17,5 Zentimeter für tragende Wände im Kellergeschoss) wurden Ziegel verarbeitet. Hier kamen verzahnte Blockziegel der Steinfestigkeitsklasse 12 zum Einsatz. Dank der kapillaren Struktur wird überschüssige Feuchte im Ziegel zwischengespeichert und bei trockener Luft wieder an den Raum abgegeben. Um diesen Ausgleichsprozess nicht zu behindern, besteht die Innenbeschichtung der Wände aus Kalkputz, der für Wasserdampf durchlässig ist. Die Gefahr der Schimmelpilzbildung wird mit diesem Wandaufbau deutlich verringert.

Wirtschaftliche Haustechnik

Aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht wird der naturnahe bauliche Wärmeschutz sinnvoll durch eine Photovoltaik-Anlage ergänzt. Sie deckt den Stromverbrauch der Sole-Wasser-Wärmepumpen, die für die ausreichende Warmwasser- und Heizungsbereitstellung sorgen. Den energiesparenden Luftaustausch garantiert eine Wohnraumbelüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

Architekt:

Architekturbüro Backhaus, Dipl.-Ing. Architekt Andreas Backhaus
Eschenweg 3
37130 Gleichen

Ausführende Baufirma:

L. Baumbach Baugesellschaft mbH
Heimkehrerstraße 12
37133 Friedland

Bauherr:

Privat

Standort:

Bösinghausen

Kategorie:

Einfamilienhäuser

Baujahr:

2006

 

 

Ziegelformat:

36,50 cm gefüllt

U-Wert:

0,35 W/m²K

Haustechnisches Konzept:

Photovoltaik-Anlage
Sole-Wasser-Wärmepumpe
Wohnraumbelüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Wohnfläche: 169,39 m²
Nutzfläche: 123,39 m²
Baukosten nach DIN 276: 325.000 Euro
Jahresheizwärmebedarf: 49,73 kWh/(m²a)

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