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Ziegelwettbewerb unter Kollegen

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Architekten, die für sich selbst bauen, haben es nicht leicht. Schließlich sollen viele Ideen verarbeiten, beispielhafte Lösungen entwickelt und Maßstäbe gesetzt werden. Wolfgang Wenger aus Marktl am Inn ging das Thema pragmatisch an: Er setzte auf die Kompetenzen seines Teams und lud alle ein, sich an einem bürointernen Ideenwettbewerb zu beteiligen.

Ziegelwettbewerb unter Kollegen

Was beim Ideenwettbewerb herauskam, steht jetzt wenige Meter vom Inn entfernt in einem Gewerbegebiet. Die zwei ineinander geschobenen Kuben, in mattem Grau und Weiß, könnten vom ersten Anschein her auch ein Betonbau sein.

Ziegel aus Überzeugung

Das wäre mit Wolfgang Wenger aber nie zu machen: Der Architekt und Baubiologe baut generell mit Ziegeln und ist absolut überzeugt. Gerade für sein eigenes Team sollte in dem Büro ein gesundes Raumklima sein. Dafür kombinierte er den Ziegel mit Decken und einem Flachdach aus Stahlbeton, gedämmt wurde das Dach mit Mineralwolle. Das Gebäude erhielt dreifachverglaste Aluminium-Fenster, deren große Flächen durch eine sonnengeführte Verschattung geschützt werden kann.

Drei-Liter-Haus mit ausgefeilter Haustechnik

Das Gebäude ist ein Drei-Liter-Haus. Und die Technik quasi unsichtbar, weil die Fußböden heizen und die Decken kühlen, was man in der Übergangszeit differenziert einsetzen kann. Fragt man nach der Heizung, zeigt Wenger aus dem Fenster, über Maisfeld und Bienenstöcke hinweg zum nahe gelegenen Bauernhof: Dort steht ein mit Biogas betriebenes Blockheizkraftwerk, das für Wenger und einige Nachbarn eine Nahwärmeversorgung bietet. Gekühlt wird mit 12 Grad kaltem Grundwasser, das aus einer 25 Meter tiefen Bohrung stammt. Es strömt dank Betonkernaktivierung durch alle Decken. Angenehm daran: Anders als konventionelle Klimaanlagen verursacht dieses System keinerlei unangenehmen Luftzug. Eine automatische Be- und Entlüftungsanlage für das Gebäude komplettiert das Ganze. Sie leistet einen 0,5-fachen Luftwechsel pro Stunde und kommt dabei auf eine Wärmerückgewinnung von bis zu 80 Prozent.

Das neue Büro bietet Raum für 16 oder 20 Arbeitsplätze. Auf dem 2.400 Quadratmeter großen Grundstück wurden 800 Quadratmeter überbaut. Somit stehen 370 Quadratmeter zu Verfügung sowie weitere 185 Quadratmeter an Nutzfläche.

Architekt:

Büro für Bauplanung und Gestaltung - Wolfgang Wenger
Moritz-Brüll-Straße 5
84533 Marktl

Bauherr:

Wolfgang Wenger, Marktl am Inn

Standort:

Marktl am Inn

Kategorie:

Funktionsbauten

Baujahr:

05/13 – 01/14

 

 

Nettogeschossfläche nach DIN 227:

570,00 m²

Ziegelformat:

36,50 cm gefüllt

KFW Effizienzhausstandard:

Drei-Liter-Haus

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