Bauwirtschaft in den Regionen

Entwicklung des Bauvolumens in Deutschland weist deutliche regionale Unterschiede auf

Anteil der Bauarten am Bauvolumen in % 2014, Grafik: BBSR

Fast die Hälfte des bundesdeutschen Bauvolumens erbringen die drei Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalten, wie aus einer Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hervorgeht. Die Wissenschaftler haben die bauwirtschaftlichen Tendenzen differenziert nach Bauarten in den Regionen untersucht.

Mit nahezu 330 Milliarden Euro sind im Jahr 2014 über 11 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in die Erstellung und Erhaltung von Bauwerken investiert worden. In den neuen Bundesländern hat die Baubranche weiterhin eine höhere wirtschaftliche Bedeutung als im Westen. Im vergangenen Jahr nahm das Bauvolumen mit nominal 4 Prozent kräftig zu. Unter Berücksichtigung der Preissteigerungen verbleibt immerhin noch eine reale Wachstumsrate von 2,4 Prozent. Alle Baubereiche konnten dabei Zuwächse verzeichnen. Der Öffentliche Bau profitiert von Infrastrukturmaßnahmen im Tiefbaubereich. Bestandsmaßnahmen haben dabei im Nichtwohnungsbau im Osten eine weitaus höhere Relevanz als der Neubau. Trotz geringer Zuwächse beim Neubau sind strukturell der Gewerbebau und der Öffentlicher Bau in den östlichen Regionen weiter besonders bedeutsam. Dabei weisen die neuen Bundesländer überproportional hohe Tiefbauanteile auf.

Beim Wohnungsbau entwickelt sich der Neubau von Geschosswohnungen dynamisch. Besonders in den prosperierenden westlichen Zentren besteht ein hoher Bedarf an Wohnungen. In den neuen Bundesländern hat der Wohnungsneubau dagegen eine geringere Bedeutung. Trotz zuletzt überdurchschnittlicher Wachstumsraten beim Neubau ist das Niveau in den neuen Bundesländern weiterhin sehr gering.

Bei Betrachtung von Großregionen zeigt sich, dass auf die Region Süd (Bayern und Baden-Württemberg) mit einem Bauvolumen von knapp 113 Milliarden Euro fast ein Drittel des gesamten bundesdeutschen Bauvolumens entfällt. Innerhalb der neuen Länder weicht die Region Mitte-Ost (Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen) deutlich ab: Der Wohnungsbau ist unterdurchschnittlich, Wirtschafts- und öffentlicher Bau haben dagegen eine stärke Bedeutung als in den anderen Regionen. So hat dort auch das Bauhauptgewerbe weitaus größere Anteile bei der Bauproduktion als die Bauinstallationsbereiche. Zu den Ursachen zählt der überproportional hohe Anteil des Tiefbaus, da dort vorwiegend das Bauhauptgewerbe Leistungen erbringt. Darüber hinaus spielen Vollmodernisierungen bei den durchgeführten Maßnahmen im Gebäudebestand in den neuen Bundesländern eine weitaus größere Rolle. Im Westen sind dagegen kleinere Maßnahmen und Teilsanierungen bedeutsamer.

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