Wohnsiedlung aus Ziegeln erreicht KfW-Effizienzhaus-Standard 55

Architektonisch raffinierter Mehrgeschossbau aus zweischaligem, kern­gedämmtem Mauerwerk

Wohnsiedlung aus mineralischen Ziegeln: Energieeffizienz und Wohnkomfort, Foto: Zastrow + Zastrow, Kiel

In den 60er-Jahren errichtet, war eine Wohnsiedlung im Lübecker Stadtteil Kücknitz in die Jahre gekommen. Die 310 Wohnein­heiten entsprachen sowohl funktional als auch technisch nicht mehr den heutigen Anforderungen. Hinzu kam ein hoher Wohnungsleerstand. Ein Abriss und Wiederaufbau wurde unabdingbar. Überzeugt von den zahlreichen bauphysikalischen Qualitäten moderner Mauerziegel, wählte der Bauträger für die tragenden Wände der zweischalig aufgebauten, kern­gedämmten Außenfassaden moderne,  hochwärmedämmender Mauerziegel.

2008 schrieb die Stadt Lübeck einen Wettbewerb aus, der die Aufgabe stellte, eine familien­gerechte, kinderfreundliche und generationenübergreifende Wohnbebauung zu entwickeln. Der Stadtteil Kücknitz als Wohn- und Lebensort sollte aufgewertet und die vorhandene Infrastruktur gestützt werden. Die mit der Umsetzung ihres Wettbewerbsentwurfes beauftragten Architekten Zastrow + Zastrow (Kiel) gliederten das Gebiet in drei Bebauungskonzepte, die sich jeweils in Architektur und Nutzung unterscheiden: fünf mäandrierende Mehrfamilienhäuser mit 92 öffentlich geförderten, individuell geplanten Wohnungen für Familien mit Kindern sowie einer Kita, ein Gebäude mit 38 seniorengerechten Wohnungen und Mietreihenhäusern. Ein mittig platziertes Quartiershaus dient als Begegnungsstätte und Treffpunkt für die Bewohner der Siedlung.

Bauträger und Grundstücks-Gesellschaft TRAVE mbH (Lübeck), gegründet im Jahr 1928, blickt auf eine fast 100-jährige Erfahrung im Wohnungsbau zurück und ist überzeugter Gegner von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS). Die Entscheidung zugunsten einer zweischaligen Wand mit Kern­dämmung ist also nicht der in Norddeutschland vorherrschenden Klinkertradition geschuldet, sondern ein Resultat kaufmännischer Erfahrung und der Fähigkeit Investitionsentscheidungen Unterhaltungskosten zuordnen zu können. Für die Außenwände wurden daher Hochloch-Wärmedämmziegel als tragendes Mauerwerk verarbeitet. Mit einem U-Wert von 0,24 W/(m²K) erreicht der Ziegel bei einer Standardmauerstärke von 36,5 Zentimetern eine so hohe Dämmqualität, dass zum Erreichen des Energiestandards "KfW-Effizienzhaus 55" die zusätzliche Dämmschicht auf sechs Zentimeter Mineralwolle reduziert werden kann. Gleichzeitig hat gebrannter Ton die Fähigkeit, den Feuchtehaushalt besonders gut zu regulieren. Dies begründete die Entscheidung, Mauerziegel neben den Außenwänden auch für alle tragenden Innen- sowie Wohnungstrennwände zu verwenden. Sämtliche Schallschutzberechnungen erfolgten nach der EN 12354.

Mit einem Jahres-Primär­energiebedarf von 31,5 kWh/m2a wird der gemäß EnEV maximal zulässige Wert von 58 kWh/m2a deutlich unterschritten. Somit ergibt sich ein gegenüber der EnEV (2009) um 33 Prozent erhöhter Dämmstandard - der KfW-Effizienzhaus-55-Standard wurde sicher erfüllt.

Dienstleistungen rund um den Ziegel

Lebensraum Ziegel bietet Ihnen die Möglichkeit sich als Ziegelexperte zu registrieren.

 

Zur Registrierung!

Neues aus der Welt der Ziegel

Sie haben interessante Informationen oder wollen eine Veranstaltung auf Lebensraum Ziegel veröffentlichen?
Dann nutzen Sie unseren Service!

 

zum Veröffentlichungsservice