Bauphysik – Verformung

Folgende Verformungszustände sind zu beachten:

Elastische Verformung εel

Verformung unter Last. Nach Entfernung der Last stellt sich die ursprüngliche Form wieder ein: εel = σ/E

Kriechen (viskose Verformung) εcr

Bleibende Verformung unter Last im Laufe der Zeit. Abgeschlossen frühestens nach einigen Jahren. Auch nach Entfernung der Last stellt sich die ursprüngliche Form nicht mehr ein: εcr = εel· φ

Schwinden und Quellen εf∞

Verkleinerung durch Austrocknen und Vergrößerung durch Feuchtigkeitsaufnahme: εf∞

Temperaturverformung εT

Ständig wiederkehrende, temperaturbedingte Dehnung der Baustoffe: εT = αT· ∆T

Ziegelmauerwerk weist gegenüber allen anderen gebräuchlichen Wandbaustoffen die geringsten Verformungskennwerte auf. Im Gegensatz zu bindemittelgebundenen Wandbaustoffen, die bei Feuchteabgabe schwinden, findet bei Ziegel nur ein geringes „chemisches“ Quellen beim ersten Feuchtigkeitskontakt unmittelbar nach dem Brand statt. Dieses Quellen auf dem Lagerplatz bildet sich nicht zurück und ist damit beim Verarbeiten unbedenklich. Als Rechenwert der Feuchtedehnung wird für Ziegelmauerwerk ein Wert von 0 mm/m angesetzt.

Insbesondere an Verbindungsstellen zu Baustoffen mit hohen Verformungskennwerten wie Stahlbeton sind konstruktive Maßnahmen zum Abbau der Spannungen erforderlich, wie z.B. Einbau von Trennlagen. Bei Vormauerschalen, die konstruktionsbedingt höheren Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, ist besonders auf die Anordnung von Dehnungsfugen zu achten.

Verformungskennwerte für Mauerwerk nach DIN 1053-1 a) und DIN EN 1996-1-1 NA

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