Gebäudestabilität – Aussteifende Wände

Alle horizontalen Kräfte, z.B. Windlasten, Lasten aus Schrägstellung des Gebäudes, müssen sicher in den Baugrund weiter geleitet werden können.

Der Nachweis der räumlichen Steifigkeit gemäß DIN EN 1996 bzw. DIN 1053-1 darf entfallen, wenn

  • die Geschossdecken als steife Scheiben gelten,
  • bzw. statisch nachgewiesene, ausreichend steife Ringbalken vorliegen

  • und in Längs- und Querrichtung des Gebäudes eine offensichtlich ausreichende Anzahl von genügend langen, aussteifenden Wänden vorhanden ist, die ohne größere Schwächung und ohne Vorsprünge bis auf die Fundamente geführt sind.

Da in DIN 1053-1 (Nov. 1996) nicht konkretisiert ist, was unter "offensichtlich ausreichend" zu verstehen ist, wird auf die im Folgenden dargestellte Tabelle 2 der DIN 1053 mit Ausgabedatum November 1972 verwiesen, die Hinweise zur Beurteilung liefert.

Aussteifende Wände sind scheibenartige Bauteile zur Gebäudeaussteifung oder zur Knickaussteifung tragender Wände. Sie gelten stets als tragende Wände, da sie neben Eigengewicht auch Lasten abtragen.

Grundprinzip für die stabile, räumliche Steifigkeit

Neben aussteifenden Deckenscheiben sind mindestens drei Wandscheiben so anzuordnen, dass sich ihre Wirkungslinien in mehr als einem Punkt schneiden und der Schubmittelpunkt nahe am geometrischen Mittelpunkt liegt.

Randbedingungen für aussteifende Wandscheiben

  • Aussteifende und auszusteifende Wand müssen aus Baustoffen mit annähernd gleichem Verformungsverhalten und in einer druck- und zugfesten Verbindung hergestellt sein.
  • Aussteifende Wände müssen mindestens eine wirksame Länge von 1/5 der lichten Geschosshöhe hs und eine Dicke von 1/3 der Dicke der auszusteifenden Wand, jedoch mindestens 115 mm, haben.
  • Ist die aussteifende Wand durch Öffnungen unterbrochen, muss die Länge der Wand zwischen den Öffnungen mindestens 1/5 des Mittelwertes beider Öffnungshöhen h1 und h2 sein (siehe Bild rechts).
Stabile, gebäudeaussteifende Anordnung aussteifender Wände
Mindestlänge lA und -dicke dA von Aussteifungswänden; Bild links: allgemeine geometrische Randbedingungen für Aussteifungswände; Bild rechts: bei Unterbrechung durch Öffnungen

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