Gebäudestabilität – Decken und Massivdächer

1. Deckenauflager

Massive Decken bilden horizontale Ebenen und tragen zur Aussteifung der Gebäude bei. Deckenauflager sind sorgfältig zu planen und auszuführen, da Mauerwerk dort besonders beansprucht ist. Neben veränderlichen und ständigen Lasten wirken im Deckenauflager auch Kräfte aus Verformungen anderer Bauteile. Diese sind konstruktiv zu berücksichtigen,um Risse zu vermeiden.

Empfehlungen zur Ausbildung des Deckenauflagers

  • Kräfte aus Deckenverformung nicht direkt in Wände einleiten! Besandete Bitumenbahn R 500 auf Wandkopf und unter Wandfuss begrenzen die Schubkraft-einleitung in die Wand, lassen aber gleichzeitig Verformungen der Decke, wie Schwinden und Kriechen zu. Auch verhindern solche Trennlagen den Verbund von Beton und Ziegel, der zu Rissen führen würde.
  • Biegeschlankheit dDe bzw. Durchbiegung v der Decke begrenzen! DIN 1045-1: dDe ≥ l²/150 bzw. v ≤ l/500
  • Bei Deckenspannweiten l ≥ 4,20 m vermindert eine „Zentrierleiste“ (Weicheinlage im Deckenauflager) die Exzentrizität und reduziert die Kantenpressung.
  • Eine große Auflagertiefe begünstigt die Kraftübertragung und Schalldämmung im Wand-Decken-Knoten. Anzustreben ist – insbesondere bei hoher Belastung – ein Verhältnis Auflagertiefe zu Wanddicke a/d ≥ 2/3.
  • Wärmebrücken sind möglichst gering zu halten. Regelausführung → DIN 4108 Beiblatt 2.
  • Bei Flachdächern aus Stahlbeton kommt es aufgrund von Schwinden und Kriechen des Betons, begünstigt durch geringe Auflasten zum „Schüsseln“, einem Abheben der Deckeneckbereiche. Abhilfe: Deckenecke: Drillbewehrung oder Sollbruchstellen; Mauerwerksecken: integrierte Zugstreben von Decke zu Decke.
Beispiele für die Ausführung des Deckenauflagers bei Ziegelaußenwänden: Bild links mit Abmauer- und Höhenausgleichziegel, Bild Mitte mit Deckenrandelement oder Stirndämmung, Bild rechts mit vollaufliegender Decke bei zweischaliger Außenwand

Die Tabelle unten zeigt zwei in Praxis häufig umgesetzte Standardausführungen des Decken-Wand-Knotens in monolithischer Ziegelbauweise.

Durch Variation der Dicken der einzelnen Elemente des Decken-Wand-Knotens verändert sich das Verhältnis der Auflagertiefe zur Wanddicke a/d. Dieses hat Auswirkungen auf die Bemessung, den Schallschutz, den Brandschutz und den Wärmeschutz.

Daneben ist zum Vergleich informativ eine möglichst große Auflagertiefe angegeben, die insbesondere im Geschoßwohnungsbau – bei hohen Anforderungen an die Tragfähigkeit, den Schallschutz und den Brandschutz – erstrebenswert ist.

Im Kapitel „Bemessung“ wird der Einfluss des Verhältnisses a/d bei der Ermittlung des vertikalen Tragwiderstandes der Wand im vereinfachten Verfahren nach DIN EN 1996-3 in Nomogrammen grafisch abgebildet.

→ siehe auch: Abschnitt „Ergänzungsprodukte / Abmauerziegel, Deckenrandschale, Deckenrandelement“

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