Gebäudestabilität – Ringanker und Ringbalken

2. Ringbalken

sind in Wandebene liegende horizontale Bauteile, die außer Zugkräften auch Biegemomente infolge von rechtwinklig zur Wandebene wirkenden Lasten aufnehmen können. Ringbalken sind erforderlich, wenn

  • Decken ohne Scheibenwirkung verwendet werden;
  • Gleitschichten (z.B. aus Gründen der Formänderung der Dachdecke) unter den Deckenauflagern angeordnet werden.

Ringbalken und ihre Anschlüsse an die aussteifenden Wände sind für eine Horizontallast von 1/100 der vertikalen Last der Wände und gegebenenfalls aus Wind zu bemessen.

Bei Ringbalken unter Gleitschichten sind außerdem Zugkräfte zu berücksichtigen, die den verbleibenden Reibungskräften entsprechen.

Ringbalken aus WU-Schale

Wie wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben, kann durch Ausführung von Ringbalken im Verbund mit Ziegel-U-Schalen die Schwindverkürzung im Vergleich zu reinen Stahlbetonringbalken halbiert werden. Die Gefahr von Schäden durch Risse wird so minimiert. Eine Alternative stellt die Ausführung des Ringankers durch bewehrtes Mauerwerk dar. Hierbei werden z.B. speziell für Mauerwerk zugelassene Bewehrungsgitter in die obersten Fugen unter der Decke eingelegt. Siehe auch Kapitel „Bewehrtes Mauerwerk“.

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