Mauerwerk – Tragende Wände

1. Monolithische (einschalige) Ziegelaußenwände

Wände, die mehr als ihre Eigenlast aus einem Geschoss zu tragen haben, sind stets als tragende Wände anzusehen. Tragende Wände sind überwiegend auf Druck beanspruchte, scheibenartige Bauteile zur Aufnahme vertikaler Lasten, wie z.B. Eigen- und Verkehrslasten darüberliegender Geschosse, sowie horizontaler Lasten, z.B. Wind. Aussteifende Wände gelten daher stets auch als tragende Wände, da sie mehr als ihr Eigengewicht, nämlich zusätzlich beispielsweise Horizontallasten aus den auszusteifenden Längswänden und darüberliegenden Decken, abzutragen haben.

Die Mindestmaße von Pfeilern betragen im oktametrischen Maßsystem 11,5 x 36,5 cm bzw. 17,5 x 24,0 cm. Gemauerte Pfeiler mit einem Querschnitt < 400 cm² sind als tragende Bauteile unzulässig.

Zulässige Mauerwerksquerschnitte

Tragende Innen- und Außenwände sind mit einer Mindestdicke von d ≥ 11,5 cm auszuführen, sofern nicht hinsichtlich Standsicherheit, Bauphysik oder Brandschutz größere Wanddicken erforderlich sind.

Zulässige Längen von Pfeilern und Wänden

Außenwände müssen eine Vielzahl von Aufgaben erfüllen. Neben den bauordnungsrechtlich relevanten wie Standsicherheit, Brandschutz, Wärmeschutz, Feuchteschutz, Schallschutz und Erschütterungsschutz haben sie auch ganz individuelle Anforderungen der künftigen Nutzer zu erfüllen. Hierzu zählen beispielsweise die Schaffung eines behaglichen Raumklimas, Wohngesundheit, Wertbeständigkeit usw.

Ziegel, der seit Jahrtausenden als Wandbaustoff verwendet wird, hat sich aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften vielfach bewährt. Schon immer bot er seinen Nutzern Schutz vor Hitze, Kälte, Feuchtigkeit und ermöglichte dabei ein angenehmes Raumklima. Doch die Anforderungen an das Bauen haben sich deutlich erhöht. Heute geht es nicht mehr nur um die Befriedigung von Grundbedürfnissen, sondern auch um globale Ansprüche wie z.B. den Klimaschutz.

Seit einigen Jahrzehnten wurde daher der energiesparende Wärmeschutz enorm vorangetrieben. Damit haben sich auch die Baustoffe weiterentwickelt – Innovationen waren und sind gefragt. Während andere Wandbaustoffe seit Ende der 60er Jahre auf außen angebrachte Zusatzdämmung – meist aus billigen Kunststoffen wie Polystyrol – angewiesen sind, wurden die bauphysikalischen Eigenschaften der Ziegel durch die Rohdichte der Tone, die Formgebung (Lochbild) und die Zugabe von Porosierungsmitteln optimiert.

Seit einigen Jahrzehnten wurde daher der energiesparende Wärmeschutz enorm vorangetrieben. Damit haben sich auch die Baustoffe weiterentwickelt – Innovationen waren und sind gefragt. Während andere Wandbaustoffe seit Ende der 60er Jahre auf außen angebrachte Zusatzdämmung – meist aus billigen Kunststoffen wie Polystyrol – angewiesen sind, wurden die bauphysikalischen Eigenschaften der Ziegel durch die Rohdichte der Tone, die Formgebung (Lochbild) und die Zugabe von Porosierungsmitteln optimiert. Seit einigen Jahren werden hochwärmedämmende Ziegel für Außenwände zusätzlich mit mineralischen Dämmstoffen gefüllt, was neben Verbesserungen im Wärmeschutz (λ = 0,07 bis 0,11 W/(mK)) auch die Schalldämmeigenschaften (Rw bis 52 dB) der Ziegelprodukte begünstigt und dabei vergleichsweise hohe Mauerwerkstragfähigkeit von fk = 1,4 bis 5,3 MN/m² (bzw. σ0 = 0,5 bis 1,9 MN/m²) ermöglicht.

Trotz Verschärfung der Anforderungen durch Novellierung der EnEV 2009 um durchschnittlich 30 % und weiteren 25 % durch EnEV 2014 ist die Erstellung mehrgeschossiger Gebäude mit einschaligen Ziegelaußenwänden weiterhin sehr gut möglich. Der altbewährte, einfache Wandaufbau einer beiderseits verputzten Ziegelaußenwand ohne zusätzliche Außendämmung erleichtert die Ausführung schadensfreier Details. Staatlich geförderte, besonders energieeffiziente Wohngebäude wie KfW-Effizienzhäuser 70, 55 und 40, aber auch Sonnen- oder Passivhäuser senken die erforderlichen Heizlasten deutlich, so dass vorzugsweise regenerative Energieträger eingesetzt werden können.

Einschalige Außenwände aus modernen Ziegeln entfalten über die gesamte Gebäudelebensdauer ihre besondere Geltung: Sie sind energieeffizient, massiv, langlebig, wartungsarm, ressourcenschonend, ökologisch und wertstabil. Daher werden sie besonders von Bauherren geschätzt, die zukunftssicher bauen.

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