Mauerziegel – Mauerziegel und Erzänzungsprodukte

2. Mauerziegel nach allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung

Mauerziegel nach allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung, kurz Zulassungsziegel, stellen einen Großteil aller verarbeiteten Ziegel. Den Bereich monolithischer Außenwände decken sie nahezu vollständig ab.

Zulassungsziegel unterscheiden sich von genormten Ziegeln durch ihre besonderen Anforderungen, die sie erfüllen. Aufgrund immer kürzerer Innovationszyklen sind Normen zu unflexibel, um kurzfristige Produktneuerungen erfassen und regeln zu können. Aus diesem Grund werden solche Produkte über allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen durch das Deutsche Institut für

Bautechnik geregelt und unter www.dibt.de in Zulassungsverzeichnissen bekannt gemacht.

Zulassungsziegel werden größtenteils als großformatige Planziegel mit planeben geschliffenen Lagerflächen hergestellt. Hinsichtlich des Brandschutzes werden Ziegel als nichtbrennbar (Klasse A1) und in verarbeiteter Form als Ziegelwand in Feuerwiderstandsklassen F 30 bis F 120 sowie als Brandwand eingestuft. Folgende Aufstellung zeigt die aktuellsten Zulassungsziegel.

Hochwärmedämmende Zulassungsziegel für Außenwände (1- bis 4-geschossige Gebäude)

Beim Neubau von Gebäuden mit geringer Gebäudehöhe wie z.B. Einfamilien-, Doppel- oder Reihenhäuser, aber auch bei Nichtwohngebäuden mit wenigen Vollgeschossen, ist der Wärmeschutz das dominierende Bemessungskriterium. Das Wärmedämmvermögen wird durch den Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit λ definiert. Die unter Wandbaustoffen einzigartig niedrigen Wärmeleitfähigkeitswerte werden bei Ziegeln durch unterschiedliche Herstellungsverfahren ermöglicht.

Während Hochlochziegel ohne Dämmstofffüllung dem Wärmestrom durch ein ausgeklügeltes Lochbild einen möglichst hohen Widerstand bieten und so Spitzenwerte von λ = 0,08 W/mK erreichen, werden Ziegel der neuesten Generation mit Dämmstoff gefüllt und erzielen Wärmeleitfähigkeitswerte von

λ = 0,07 W/mK. Die Füllungen dieser Ziegel sind mineralisch, nichtbrennbar, diffusionsoffen und bestehen aus hydrophobiertem Perlite- oder Mineralfaserdämmstoff.

Trotz offenporigen Materials sowie hohem Lochanteil und damit verbundenen hervorragenden Wärmedämmeigenschaften zeichnet sich Ziegelmauerwerk durch eine hohe Tragfähigkeit aus. Diese wird von der charakteristischen Mauerwerksdruckfestigkeit fk gekennzeichnet. Zulassungsziegel mit Spitzenwerten in der Wärmedämmung weisen bei Druckfestigkeitsklasse (SFK) 4, 6, 8, 10 oder 12 einen Wertebereich von fk = 1,5 bis 2,6 MN/m² auf.

λ = 0,07 W/mK,
Füllung: Perlite-Dämmstoff
λ = 0,07 W/mK, Füllung:
Mineralfaserdämmplatten
λ = 0,07 W/mK, Füllung:
Mineralfaserdämmung, lose
λ = 0,07 / 0,08 W/mK,
Füllung: Mineralfaserdämmplatten
λ = 0,065W/mK,
Füllung: Mineralfaserdämmplatten
λ = 0,07 W/mK,
Füllung: Mineralfaserdämmung, lose
λ = 0,075 bis 0,09 W/mK
ungefüllt
λ = 0,09 W/mK
ungefüllt

Hochwärmedämmende Zulassungsziegel für Außenwände mit hohen Anforderungen an die Tragfähigkeit und den baulichen Schallschutz (Mehrgeschossige Wohnungs- und Bürogebäude)

Bei mehrgeschossigen Gebäuden werden neben dem bauordnungsrechtlich geforderten Wärmeschutz höhere Anforderungen an die Tragfähigkeit des Mauerwerks und den Schallschutz gestellt. Für diese Gebäudetypen wurden besondere Ziegel entwickelt. Bei einschaligen Ziegelaußenwänden werden charakteristische Mauerwerksdruckfestigkeiten von fk = 3,0 bis 5,2 MN/m² erreicht, womit in der Regel eine fünf- bis sechsgeschossige Bauweise möglich ist.

Insbesondere im mehrgeschossigen Wohnungsbau und bei Mischnutzung ist daneben auch der Schallschutz von Bedeutung. Dieser wird durch das Direktschalldämm-Maß Rw1) charakterisiert.
Mit Werten von 49 bis 52 dB lassen sich bei fachgerechter Planung und Ausführung die bauordnungsrechtlich gestellten Anforderungen an den baulichen Schallschutz – aber auch erhöhte Anforderungen – sehr gut erreichen.

λ = 0,08 / 0,09 / 0,10 W/mK
Rw1) = ≥ 48 / 50 / 52 dB
fk = 3,0 / 3,1 / 3,6 MN/m² (SFK 10)
σ0 = 1,1 / 1,2 / 1,4 MN/m² (SFK 10)
λ = 0,08 / 0,09 / 0,10 W/mK
Rw1) = 49,9 / 50,0 / 51,3 dB
fk = 3,0 MN/m² (bei SFK 12)
σ0 = 1,15 MN/m² (bei SFK 12)
λ = 0,09 / 0,10 W/mK
Rw1) = 49,9 / 50,4 bis 51,1 dB
fk = 3,9 bis 5,2 MN/m² (bei SFK 12)
σ0 = 1,5 bis 1,9 MN/m² (bei SFK 12)
λ = 0,08 / 0,09 W/mK
Rw1) = 50,1 / 51,8 dB
fk = 3,8 / 4,2 MN/m² (bei SFK 12)
σ0 = 1,4 / 1,6 MN/m² (bei SFK 12)
λ = 0,10 W/mK
Rw1) = 52,2 dB
fk = 5,0 MN/m² (bei SFK 12)
σ0 = 1,9 MN/m² (bei SFK 12)
λ = 0,12 W/mK
Rw1) = 49 dB (bei 36,5 cm)
fk = 4,0 MN/m² (bei SFK 12)
σ0 = 1,9 MN/m² (bei SFK 12)
 
 

1) Direktschalldämm-Maß Rw bei Wanddicke 36,5 cm für die Berechnung der Luftschalldämmung nach allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung Z-23.22-1787 und DIN EN 12354-1.

In Produktdatenblättern angegebene Bezeichnungen wie Rsitu,w oder Rw,Bau,ref stammen aus bauakustischen Prüfberichten und sind gleichwertig (Rw = Rsitu,w = Rw,Bau,ref).
→ weitere Hinweise siehe Kapitel Schallschutz

Zulassungsziegel für besondere Anforderungen

Erdbebensicheres Bauen und bei besonders hohen Anforderungen an die Tragfähigkeit
fk = 6,8 MN/m² (bei SFK 20)
σ0 = 2,6 MN/m² (bei SFK 20)
λ = 0,39 bis 0,58 W/mK (nach RDK)
Wanddicken: 17,5 / 20 / 24 / 30 cm
Erdbebensicheres Bauen und bei besonders hohen Anforderungen an die Tragfähigkeit
fk = 10,2 MN/m² (bei SFK 20)
σ0 = 3,6 MN/m² (bei SFK 20)
λ = 0,58 W/mK
Wanddicken: 17,5 cm
Schallschutz-Füllziegel für Wohnungs- / Haustrennwände zum Verfüllen mit fließfähigem Beton C12/15, Körnung 0-16 mm mit oder ohne Vertikalbewehrung
Rw,Bau,ref2) = 56 dB (17,5cm) bis
Rw,Bau,ref2) = 62 dB (30 cm)
Schalungsziegel zum Verfüllen mit fließfähigem Beton C12/15, Körnung 0-16 mm mit oder ohne Horizontal- bzw. Vertikalbewehrung
Rw,Bau,ref3) = 59 dB (17,5cm) bis
Rw,Bau,ref3) = 62 dB (24 cm)

2) Korrigiertes Direktschalldämm-Maß Rw,Bau,ref nach E DIN 4109-3, Gleichung (5), inkl. Putz beidseitig, ohne Flankenübertragung
3) Rw,P nach DIN EN ISO 140-1 (Messung der Schalldämmung mit unterdrückter Flankenübertragung)

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