Nachhaltigkeit

Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden

Angesichts der zunehmenden Bedeutung von umweltbewusstem Handeln und generationenübergreifender Verantwortung hat sich auch das Themenfeld des nachhaltigen Bauens in den letzten Jahren weiterentwickelt. Dabei liegt der Fokus nicht auf den Baustoffen alleine. Der derzeitige Status erlaubt eine sehr umfassende, über die Baustoffe hinausgehende Einschätzung der Qualität des Bauens. Diese ganzheitliche Herangehensweise hilft, eine zeit- und raumübergreifende Beurteilung unseres baulichen Handelns zu erwirken. Erfasst werden alle Auswirkungen, die mit der Erstellung, Nutzung und dem Rückbau von Gebäuden zusammenhängen, also der gesamte Gebäudelebenszyklus. Wie die Übersicht möglicher Bewertungskriterien für Wohngebäude in der Tabelle unten zeigt, zählen dazu nicht nur Aufwendungen, die mit der Herstellung der Baustoffe und Bauteile für ein Gebäude zusammenhängen, sondern auch technische, funktionale, soziale und prozeßabhängige Eigenschaften und daneben wirtschaftliche Faktoren wie Wertstabilität und Lebenszykluskosten, die widerum mit der Dauerhaftigkeit der Baustoffe eng verknüpft sind. Die Methoden der Bewertung von Gebäuden hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit sind normativ geregelt. Allgemeine Prinzipien des Nachhaltigen Bauens sind international in der Norm ISO 15392 zusammengefasst. In Deutschland stehen für die Gebäudebewertung vor allem die Normenreihe DIN EN 15643 und DIN EN 15978 zur Verfügung. International läßt sich die Nachhaltigkeitzertifizierung von Gebäuden bis in das Jahr 1990 zurückverfolgen, wo zum ersten Mal in Großbritannien mit dem System breeam eine Bewertung stattfand. In Deutschland wurden 2009 erste Bürogebäude durch die DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) und das BNB (Bewertungssystem für Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude) mit dem Gütesiegel für Nachhaltiges Bauen zertifiziert. Für Wohngebäude existieren national derzeit drei Systeme: DGNB, Zertifizierung Bau GmbH und NahWoh (Verein zur Förderung der Nachhaltigkeit im Wohnungsbau), die allerdings in der Praxis derzeit kaum angewandt werden. Weitere Hinweise und Arbeitshilfen: → www.nachhaltigesbauen.de

Bewertung der Nachhaltigkeit von Baustoffen

Ein wichtiges, neutrales Instrument zur ökologischen Bewertung von Gebäuden sind Umwelt-Produktdeklarationen (EPD – Environmental Product Declaration), die von Produktherstellern auf freiwilliger Basis unter wissenschaftlicher Begleitung erstellt werden können. Sie sind international abgestimmt und basieren auf ISO-Normen. DIN EN 15804 beschreibt Grundregeln für die Produktkategorie Bauprodukte im Rahmen von Umwelt-Produktdeklarationen. In Deutschland erfolgt die unabhängige Deklarierung und Veröffentlichung durch das Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU):
www.bau-umwelt.de

EPD sind in der Regel folgendermaßen gegliedert:

  • Beschreibung des Baustoff-Lebenszyklus:
    • Charakterisierung des Bauproduktes
    • Eingesetzte Stoffe und Vorprodukte
    • Beschreibung des Herstellprozesses
    • Verarbeitung
    • Hinweise zur Nutzungsphase
    • Nachnutzungsoptionen
  • Ökobilanz
    • Dokumentation von Randbedingungen und Datengrundlage
    • Ergebnisse der Ökobilanz (Indikatoren)
  • Nachweise und Prüfungen

 

 

Beispiele von Kriterien zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Wohngebäuden (Mehrfamilienhäuser)

Bewertung der Nachhaltigkeit von Mauerziegeln

Moderne Produktionsverfahren, neueste Anlagentechnik und verantwortungsbewusstes Umwelt- und Energiemanagement haben zur Reduzierung von Primärenergieverbräuchen und Schadstoffemissionen in der Ziegelherstellung geführt. Der Rohstoffabbau erfolgt unter ökologischen Gesichtspunkten mit kurzen Transportwegen oder Förderbändern. Nach dem Abbau werden Lehmgruben rekultiviert. Im Herstellprozess wird Einsparung von Primärenergie erreicht durch Nutzung der Abwärme aus dem Brennofen zur Trocknung der Ziegel, Optimierung der Wärmedämmung aller wärmeführenden Anlagen, Wärmerückgewinnung mittels Wärmetauscher, Reduktion des Wassergehaltes der Tone und des Produktgewichtes sowie Nutzung regenerativer Energie. Hintermauerziegel werden mit Recyclingmaterial wie Sägemehl, Papierfaserstoff und Polystyrol porosiert. Hochwirksame Rauchgasreinigungsanlagen tragen zur Luftreinhaltung bei.

Durch ihre hohe Wärmedämmwirkung sind moderne Mauerziegel bestens für die Erstellung von Niedrigstenergiehäusern geeignet und bewirken damit während einer äußerst langen Nutzungsdauer eine aktive Reduzierung des Heizwärmebedarfs. Alle derzeitig definierten Energiestandards sind mit modernen Mauerziegeln realisierbar. Ziegel erfüllen auch alle weiteren bauphysikalischen und technischen Anforderungen sehr gut und tragen zu wohngesundem Raumklima bei. Aufgrund der äußerst hohen Lebensdauer, bei der kaum Wartung erforderlich ist, zeigen sich Ziegelbauten als besonders wertstabil.

Kunstmuseum Ravensburg, Gebäudehülle aus Recyclingziegeln

Aber auch bei Abbruch eines Gebäudes sind Ziegel wiederverwertbar wie das Bild oben zeigt. Vollziegel können nach Entfernen des Mörtels erneut vermauert werden, Hochlochziegel sind wertvoller Sekundärrohstoff als Ziegelmehl/-splitt bei der Ziegel- bzw. Betonherstellung oder als Packlagen im Wegebau sowie als feingemahlener Belag für Sport- und Tennisplätze.

Ökonomische und ökologische Effizienz unterschiedlicher Wandkonstruktionen im Vergleich a)

Neues aus der Welt der Ziegel

Sie haben interessante Informationen oder wollen eine Veranstaltung auf Lebensraum Ziegel veröffentlichen?
Dann nutzen Sie unseren Service!

 

zum Veröffentlichungsservice