Mit dem Businesstower in Landshut treten die Investoren den Beweis an, dass sich Qualität auch im Gewerbebau rechnet. Trotz großer Deckenauflasten und Fensterformate überwiegt der Baustoff Ziegel. Seine Diffusionsoffenheit und feuchteadaptiven Eigenschaften sorgen im gesamten Gebäude für ein gutes Raumklima. Fotos: LRZ / Businesstower / Leipfinger-Bader

„Businesstower“ aus Mauerziegel in Landshut

ID-35-UFotos: LRZ / Businesstower / Leipfinger-Bader

Direkt neben den Stahlbetonhäusern des Landshuter Gewerbegebietes ragt ein viergeschossiger Ziegelbau in den Himmel. Der „Businesstower“ unterscheidet sich architektonisch und bautechnisch vollkommen von der Umgebung. Der ortsansässige Bauherr setzte auf Qualität mit langfristiger Mieterbindung. Die Projektplanung nahm er weitestgehend selbst in die Hand. Um seine Ideen zu realisieren, entschied er sich aus Überzeugung für den natürlichen Baustoff Ziegel.

„Businesstower“ aus Mauerziegel in Landshut

Der Baugrund, auf dem der Businesstower entstehen sollte, war zuvor als der „Schandfleck von Ergolding“ bekannt. Jedermann war gespannt auf den neuen „Hingucker“, der von heimischen Handwerkern errichtet werden sollte. Der Bauherr oder die „Turmbauer“, wie Josef und Marion Reif oft in der Presse genannt werden, hielten ihr Versprechen. Unter dem Leitsatz „Aus der Region, für die Region“ entstand ein Gebäude in traditioneller Ziegelbauweise, solide und energetisch auf dem neuesten Stand der Technik.

Bekenntnis zum Baustoff Ziegel

Betrachtet man das Gewerbegebiet und den benachbarten Businesstower, so kann man sagen: gegensätzlicher geht nicht. Den rechteckigen flächenoptimierten Gewerbegrundstücken steht ein knapp über 1.300 Quadratmeter großes, dreieckiges Grundstück gegenüber. Anstatt kostenoptimierter Gebäudegrundrisse wurde eine Dreiecksform mit gerundeten Ecken ausgearbeitet. Die Bauherren Josef und Marion Reif beauftragten keinen Architekten, sondern nahmen das Projekt in eigene Hände. Mit Anton Ausfelder stellten sie sich einen Planer an die Seite, der als Bautechniker und staatlich geprüfter Maurermeister viel Praxisbezug aufweist. Zudem hat er eine hohe Affinität zum Baustoff Ziegel. „Wir wollten ein Raumklima schaffen, in dem die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter erhalten wird, die Menschen gesund bleiben und sich wohl fühlen,“, so das Credo der beiden. Wie man kosteneffizient Industriebau betreibt, konnte man direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite, sehen. Doch: „Wir werden in den ersten dreißig Jahren keine nennenswerten Renovierungsarbeiten haben: Alle zehn Jahre ein Anstrich – das war`s.“

Mauerwerk bestimmt Konstruktion

Flüchtig betrachtet ruht die Decke auf einem 36,5 Zentimeter starken Ziegelmauerwerk, beidseitig mit Kalkputz und diffusionsoffenen Anstrichen versehen – der Feuchteregulierung wegen. Dennoch war es unumgänglich, einige wenige Wandscheiben in Stahlbeton auszuführen. Auch verstecken sich einzelne massive Stahlstützen, Unter- sowie Oberzüge im Außenmauerwerk. Anders wären die großformatigen Fensterflächen und die stützenfreie Deckenkonstruktion nicht möglich gewesen. Den verwendeten Mauerziegel bezeichnet der Hersteller selbst als Innovationsziegel für den Wohn- und Geschossbau. Dank seiner rein mineralischen Dämmstoff-Füllung erreicht er einen niedrigen Wärmeleitwert von 0,10 W/(mK) und ermöglicht so das Bauen nach Niedrigenergiestandard. So vereint das Gebäude alle ökologischen und raumklimatischen Pluspunkte eines Ziegelbaus in monolithischer Bauweise. Aufgrund der beiden anliegenden Verkehrsstraßen soll auch der Schallschutz nicht unerwähnt bleiben: Mit guten Werten von bis zu 52,2 Dezibel meistert das Mauerwerk diese Situation problemlos.

Gute Planung ist die halbe Miete

Doch nicht nur in der Bauphysik punktet der Ziegel. Auch wenn man es selten sieht und gedanklich zumeist gerade und orthogonal denkt: Der Ziegel ist als modularer Baustein ein Kurvenkünstler par excellence. Dreidimensional verformte Wandscheiben sind sicher eine Domäne des Stahlbetons. Gerundete Ecken und in leichtem Schwung geführte Mauerwerke jedoch gehören dem Ziegel. Einen guten Handwerker vorausgesetzt, sind solche Vorgaben ohne Schalungsaufwand schnell und wirtschaftlich umzusetzen – ohne die Vorteile des natürlichen Baustoffes einzubüßen.

Ausführende Baufirma:

Anton Ausfelder
Untere Hauptstraße 5
85406 Oberappersdorf

Bauherr:

Josef und Marion Reif

Standort:

Alte Regensburger Str. 26
84030 Ergolding

Kategorie:

Funktionsbauten

Baujahr:

März 2015 - März 2017

 

 

Nettogeschossfläche nach DIN 227:

840,00 m²

Ziegelformat:

36,50 cm gefüllt

Haustechnisches Konzept:

Gastherme mit Niedrig-Brennwertgerät, Fußbodenheizung, dezentrale Fensterrahmenlüftung i-Tec, Internorm

Baukosten:

3 Millionen Euro

Tragwerksplanung & Schallschutz:

Ingenieurbüro für das Bauwesen
Dipl.-Ing. (FH) Werner Mengelkamp
Buchenstraße 2
84079 Bruckberg

Rohbau & Mauerwerk:

Liebl Bauunternehmen
Ligusterstrasse 9
84079 Bruckberg

Verputzarbeiten und Estrich:

Niedermaier
Winzerstrasse 9
84079 Bruckberg

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