Erweiterung der Kita „Arche Noah“: Im Herbst wurde der monolithische Anbau in Hainburg fertiggestellt. Darin haben nun zwei weitere Gruppen mit insgesamt 25 Kindern Platz zum Spielen und Lernen.

Kita-Anbau energetisch und baubiologisch optimiert

ID-42-U Fotos: Foto: LRZ / Unipor / München

Kinder verbringen viel Zeit in Kindertagesstätten. Dort sind Spiel- und Lernräume eigens auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet. Besonders wichtig ist jedoch ein gesundes Umfeld. Mit den verbauten Mauerziegeln, die eine dämmende Hohlkammerverfüllung aus Nadelholzfasern besitzen, entstand ein energetisch hocheffizient und zugleich äußerst ökologischer Erweiterungsbau der Kita.

Kita-Anbau energetisch und baubiologisch optimiert

Für das Gesamtvorhaben wurden knapp 1,4 Millionen Euro im Haushalt des Orts Hainburg veranschlagt und nach Erteilung der Baumaßnahme wurde bereits im April 2017 mit den Arbeiten begonnen. Im Januar 2018 konnten Kinder, Betreuer und Bauverantwortliche das Richtfest feiern.

Eine Frage des Platzes

Die Kindertagesstätte liegt inmitten eines rechteckigen Grundstückes. An drei Seiten ist dieses umgeben von Einfamilienhäusern, im Südwesten schließt eine dreigeschossige Reihenhausanlage das Grundstück ab. Die Erweiterungsmöglichkeiten waren also in alle Richtungen nur räumlich begrenzt möglich. Dem Hainburger Architekten & Ingenieurbüro Michael Kopp gelang es hier 25 neue Kita-Plätze zu schaffen und vor allen Dingen die strukturellen Gegebenheiten im Gebäude entscheidend zu verbessern.

Dafür wurde der bestehenden Kindertagesstätte in Längsrichtung ein Anbau angesetzt. Zwei neue Gruppenräume sind darin untergebracht: einer für eine altersübergreifende Gruppe und einer eigens für Kinder unter drei Jahren. Angegliedert daran befinden sich jeweils ein Schlaf- und Wickelraum sowie ein Raum mit eigener Küchenzeile zur flexiblen Nutzung, der auch als Bewegungsraum dient. Diesem gegenüber – durch einen langen Flur getrennt – liegen eine geräumige Küche mit Vorratsraum sowie der Speise- und Mehrzweckraum, der mittels einer Faltschiebewand abgetrennt werden kann. Ebenfalls an den zentralen Flur angeschlossen sind ein kleiner Materialraum sowie eine Bibliothek und ein „Matschraum“, in dem die Kinder auch im Haus mit dem Element Wasser experimentieren können. Die strukturellen Erweiterungen kommen auch den drei bereits bestehenden Gruppen zu Gute. Mittig zwischen den beiden Pultdachabschlüssen wurde ein Obergeschoss eingeschoben: Hier liegen fernab vom täglichen Trubel die Gesprächs- und Pausenräume für das Personal. In der bestehenden Kindertagesstätte wurden zudem einige Sanierungsarbeiten, wie eine teilweise Erneuerung der Dacheindeckung und Brandschutzmaßnahmen, durchgeführt.

Standardaufgaben ökologisch ernstgenommen

Der Anbau stellte bautechnisch keine besonders hohen Anforderungen. Er ist nicht unterkellert und überwiegend erdgeschossig. Für die Außenwände war zudem eine monolithische Bauweise vorgegeben. Die Gemeinde Hainburg als Bauträger sowie der Bauleiter Dipl.-Ing. Michael Kopp waren dennoch anspruchsvoll, als es an die Ausführung ging. Dies betrifft besonders den gesamtökologischen Aspekt. Die Entscheidung, einen Ziegel mit Hohlkammerverfüllung aus Nadelholzfasern für das Außenmauerwerk zu benutzen, fasst Kopp in einem knappen Satz zusammen: „Er ist innovativ, ökologisch und wird in Hainburg hergestellt.“ Mitbedacht war die regionale Herkunft des Mauerziegels – das Werk, ebenfalls ansässig in Hainburg, liegt nur einen Steinwurf entfernt. Aber auch gesamtökologisch betrachtet ist der Ziegel eine gute Entscheidung. Denn letztendlich gab das technische Konzept des Ziegels für den Bauherrn und Planer den Ausschlag: Der verwendetet Mauerziegel zählt zu der neuesten Generation. Er ist exakt auf Maß geschliffen und seine Hohlräume sind mit einem Dämmstoff aus nachwachsenden Rohstoffen verfüllt. Diese Füllung besteht aus sortenreinen Nadelholzfasern, was den Mauerziegel zu einer ausgesprochen umwelt- und ressourcenschonenden, wohngesunden sowie hochwärmedämmenden Lösung im Hausbau macht. Zudem sorgt das akkurate Schleifen des Mauerziegels nach dem Brennen für hervorragende bauphysikalische Werte. Die durchgängig gleichmäßig dünne Lagerfuge garantiert so, dass die hohe Wärmeleitzahl von 0,07 W/(mK) nicht nur rechnerisch, sondern auch in der Praxis voll zum Tragen kommt. Bei einer Wanddicke von 36,5 Zentimetern erreicht das Außenmauerwerk einen U-Wert von 0,18 W/(m2K), der durch den mineralischen Innen- und Außenputz von 15 bis 20 Millimetern Dicke noch ein wenig verbessert wird.

Umwelt und Bewohner sind zufrieden

Mit einer Luftwärmepumpe und einer Photovoltaikanlage wurden auch bei der Energieerzeugung hohe ökologische Zielvorgaben umgesetzt. Zusammen mit den Sanierungsmaßnahmen im Bestand, die auch das Pultdach umfassen, erreicht die „neue“ Kita in Hainburg zwar keinen Niedrigstenergiehaus-Standard und es wurde auch nicht nach KfW-Förderniveau geplant, aber: Im Rahmen des vorgegebenen Budgets wurde in monolithischer Bauweise dennoch ein hoher ökologischer und energieeffizienter Standard umgesetzt. Da auch die Innenwände komplett in Ziegel erstellt, sowie entsprechende Bodenbeläge und Anstriche ausgewählt wurden, ist mit der Komplettsanierung auch baubiologisch ein Maximum dessen umgesetzt, was wir unseren Kindern schulden.

Architekt:

Architektur & Ingenieurbüro Michael Kopp
In der Aue 7
63584 Gründau-Lieblos

Ausführende Baufirma:

RBW-Bau GmbH
Kreuzstraße 23
98590 Schwallungen

Bauherr:

Gemeinde Hainburg
Hauptstraße 44
63512 Hainburg

Standort:

63512 Hainburg

Kategorie:

Funktionsbauten

Baujahr:

2017-2018

 

 

Nettogeschossfläche nach DIN 227:

1.013,00 m²

U-Wert:

0,18 W/m²K

Tragwerksplanung:

Architektur & Ingenieurbüro Michael Kopp

Wärmeversorgung:

Luftwärmepumpe in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage

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