Fotos: Stadtbau Aschaffenburg GmbH / Bruno Fioretti Marquez / Deutsche Poroton / Matthias Rotter

Liebighöfe Aschaffenburg: Lebenswert, erschwinglich, barrierefrei, energieeffizient

ID-62-PORFotos: Stadtbau Aschaffenburg GmbH / Bruno Fioretti Marquez / Deutsche Poroton / Matthias Rotter

Familien- und demografiegerecht sowie architektonisch herausragend: Das neue Wohnquartier Liebighöfe in Aschaffenburg soll Vorbildfunktion für den geförderten Wohnraum in Bayern haben. Das mit Landesmitteln ausgestattete Projekt wurde vom Berliner Architekturbüro Bruno Fioretti Marquez geplant und ausgeführt.

Liebighöfe Aschaffenburg: Lebenswert, erschwinglich, barrierefrei, energieeffizient

„Mit den Liebighöfen zeigen wir, dass geförderter Wohnraum und qualitativ hochwertige Bauweise zwei Seiten derselben Medaille sind“, so Manuela Rösel-Keim, Technische Leiterin bei der Aschaffenburger Stadtbau GmbH.

Wohnkonzept für soziales Miteinander

Die beiden Baukörper mit jeweils drei Häusern greifen die ortstypische Zeilenbauweise auf. Um unterscheidbare Räume zu schaffen, knickten die Planer die beiden Baukörper jeweils und stellten sie wie eine Klammer zueinander.

Mit einer Bandbreite an Wohnungstypen vom Einfamilienhaustyp im Erdgeschoss über Zwei-bis Fünfzimmerwohnungen mit Loggien bis zu den Dachgeschosswohnungen mit Dachterrassen schufen die Architekten die Voraussetzung für eine ausgewogene soziale Durchmischung des Quartiers. Unterstützt wird diese „Idee des Miteinanders“ durch einen Concierge-Service als zentraler Anlaufstelle und eine von allen nutzbare separate Gästewohnung.

Nachhaltige monolithische Ziegelkonstruktion

Das Konzept der Liebighöfe setzt auf Qualität, Nachhaltigkeit und intelligente Detaillösungen. „Deshalb entschieden wir uns zur Errichtung der Außenwände für dämmstoffverfüllte Ziegel“, sagt Manuela Rösel-Keim. Sie ermöglichen eine monolithische Bauweise unter Berücksichtigung aller Anforderungen an Statik, Wärme-, Brand- und Schallschutz. „Diese Konstruktion ist sehr langlebig und hält die Instandhaltungskosten auf Dauer niedrig. Zudem überzeugten uns die feuchte- und hitzeregulierenden Eigenschaften von Ziegel.“ Für eine einheitliche Ziegeloberfläche kamen Ziegel-Systemergänzungen zum Einsatz.

Architektonische Details schaffen Wohnwerte

Details in Oberflächen und Farben strukturieren die Fassade: Für die Fläche wurde mineralischer Kratzputz verarbeitet, für die Fensterlaibungen und -einfassungen dagegen feiner Putz, beides in hellgrau. Die Fensterbänke aus Betonwerkstein setzen diesen Farbton fort. Dagegen kontrastieren die Fenster farblich in einem leichten Grünton. Die Ziegellaibungen der Eingangstüren sind an einer Seite jeweils schräg ausgeführt und mit handgefertigten Verblenderriemchen mit einer grünlich eingefärbten transparenten Glasur im Dünnformat umschlossen. Die grün gefliesten Bereiche setzen sich im Sockel der Straßenseite sowie in den Durchgängen der Gebäuderiegel fort. Hier sind die Wände sogar vollflächig gefliest. Mit diesem einfachen Mittel entsteht eine ästhetisch ansprechende Straßenfassade, die das Prinzip der Trennung öffentlicher Räume – Gebäudeaußenkante – und privater Räume – Gebäudeinnenkanten – fortführt. „Dies mögen Details sein auf die man aus Kostengründen auch verzichten könnte“, sagt Architekt Piero Bruno. „Aber solche Details entscheiden letztlich darüber, ob sich ein Wohngebäude aus der Masse an gebautem Wohnraum positiv hervorhebt, ob es Wohlfühlräume schafft.“ Manuela Rösel-Keim ergänzt: „Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen ist mehr, als günstige Gebäude in die Landschaft zu setzen. Es geht letztlich darum, lebenswerte Räume durch Architektur so zu strukturieren, dass ein friedliches soziales Miteinander entsteht.“

Architekt:

Bruno Fioretti Marquez, Berlin

Bauherr:

Stadtbau Aschaffenburg GmbH

Kategorie:

Städtebau

 

 

Bruttogeschossfläche:

13.921,00 m²

Ziegelformat:

42,50 cm Monolithische Außenwand aus dämmstoffverfüllten Ziegeln

Verfüllter Ziegel:

Monolithische Außenwand aus dämmstoffverfüllten Ziegeln

U-Wert:

0,22 W/m²K

KFW Effizienzhausstandard:

EnEv 2014

Haustechnisches Konzept:

Blockheizkraftwerk und Photovoltaik (Konzept Mieter-strom), Abluftanlage mit Nachströmung über Zuluft-elemente in den Fensterlaibungen

Investitionsvolumen:

14,5 Millionen Euro (KG 300 + 400)

Konstruktion:

Massivbauweise, zwei Gebäuderiegel mit jeweils drei Häusern, vier Geschosse, 90 Wohneinheiten, eine Gästewohnung, ein Concierge-Service

Jahresprimärenergiebedarf:

51,9 kWh/(m2a)

Besonderheiten:

Keine Tiefgarage
Car Sharing-Konzept zur Reduzierung von Stellflächen

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