Fotos: Kimmerle GbR Jüdenhof / Jens-Christian Giese / Wienerberger / Michael Moser

Der Jüdenhof am Dresdner Neumarkt: Monolithische Bauweise im historischen Kontext

ID-63-PORFotos: Kimmerle GbR Jüdenhof / Jens-Christian Giese / Wienerberger / Michael Moser

Die städtebauliche Rekonstruktion des Jüdenhofs in Dres-den orientiert sich an früheren Bauformen ohne zu histori-sieren. Dämmstoffgefüllte Ziegel ermöglichten eine sieben-geschossige monolithische Bauweise. Zusammen mit Ziegel-Systemergänzungen sorgt die Gebäudehülle für hohe Tragkraft, optimale Wärmedämmung und hohen Schallschutz.

Der Jüdenhof am Dresdner Neumarkt: Monolithische Bauweise im historischen Kontext

„Künstliche Wärmedämmung an der Fassade als Wärmeschutz kommt bei mir am Neumarkt nicht vor!“ Stattdessen entschied sich Investor und Bauherr Michael Kimmerle bei der Rekonstruktion des siebengeschossigen Jüdenhofs am Dresdner Neumarkt für eine nachhaltige und dem historischen Ort angemessene monolithische Ziegelbauweise. Mit der Generalplanung für das in den städtischen Plänen auch Quartier Q VII/2 genannte Projekt beauftragte der Bauherr IPROconsult aus Dresden.

Beim Material, der klassischen Bauweise Stein auf Stein und dem Verzicht auf eine zusätzliche äußere Wärmedämmung folgt das Ensemble bewährten Traditionen. Im Hinblick auf einen zeitgemäßen Wärme- und Schallschutz sowie auf bauphysikalisch sichere und gleichzeitig wirtschaftlich umsetzbare Mauerwerkdetails entspricht die Ausführung allen heutigen Anforderungen.

Wiedergewinnung der städtebaulichen Struktur

Die Parallelität von Tradition und Moderne prägt nicht nur das Mauerwerk, sondern das gesamte Bauvorhaben. Denn der Jüdenhof ist Teil des Wiederaufbaus des nach dem Zweiten Weltkrieg zerstörten Dresdner Neumarkts. Mit der Platzrekonstruktion sollen verbürgte frühere Bauformen wiedergewonnen, zugleich unkritische Historisierungen vermieden werden.

Der Mix des Jüdenhofs aus 19 Wohnungen, einem 4-Sterne-Hotel sowie Restaurants, Geschäften und Büros gruppiert sich um einen gemeinsamen Innenhof. Durch die verschiedenen Ansätze der städtebaulichen Rekonstruktion ergeben sich im Ensemble zwölf verschiedene Fassaden, hinter denen sich vier unabhängig voneinander erschlossene Gebäude in gemeinsamer monolithischer Ziegelbauweise verbergen.

Zeitgemäße Details im traditionellen Ziegelbau

Detaillösungen wie Deckenrandschalen oder Ziegelstürze sorgten bei den Dresdener Bauvorhaben für eine durchgängige keramische Oberfläche, was für homogenen Putz- und tragfähigen Befestigungsgrund sorgte. Dadurch ließ sich gerade an den Leitfassaden und Leitgebäuden die historisch dokumentierte opulente Fassadengestaltung mit Fenstergewändern, Stuckornamenten und glatten mineralischen Putzflächen originalgetreu wiederherstellen.

Das Ziegelmauerwerk des Jüdenhofs unterstützt damit die Gesamtidee bei der Rekonstruktion des Dresdner Neumarkts: Die Versöhnung von Tradition und Moderne durch Wiedergewinnung des berühmten Stadtraums in überlieferten Formen, jedoch in zeitgemäßer Funktionalität und ohne unkritische Historisierungen.

Bauherr:

Kimmerle GbR Jüdenhof, Rudolf und Michael Kimmerle, Dillingen a. d. Donau

Standort:

Neubau Wohn- und Geschäftsensemble Jüdenhof, Quartier Q VII/2 im Rahmen der Rekonstruktion des Dresdener Neu-markts

 

 

Verfüllter Ziegel:

Deckenrandschale, wärmegedämmte Anschlagschale, Lai-bungsziegel, Ziegel-Wärmedämmstürze

Generalplanung:

IPROconsult GmbH, Dresden

Rohbau:

DIW Bau GmbH, Kamenz

Außenwände:

Dämmstoffgefüllte Leichthochlochziegel, Wanddicken 30,0, 36,5 und 42,5 Zentimeter

Innenwände:

Schallschutzziegel, Wanddicken 11,5, 17,5 und 24,0 Zentimeter

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