Kostentreiber im Wohnungsbau bekämpfen

Hans R. Peters

Liebe Leserinnen und Leser,
Deutschland hat nun endlich wieder eine handlungsfähige Regierung. Die Koalitionäre scheinen die drängenden Probleme der Bau-, Wohnungs- und Infrastrukturpolitik erkannt zu haben. Jedenfalls lassen die Vereinbarungen des Koalitionsvertrages diesen Schluss zu. Ob die geplanten Maßnahmen auch die parlamentarischen Hürden überwinden, bleibt abzuwarten.

Beispiel fehlendes Bauland: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) soll künftig bundeseigene Grundstücke im beschleunigten Verfahren zu vergünstigten Konditionen an Kommunen abgeben, damit bezahlbarer Wohnraum entsteht. Die Ziegelindustrie begrüßt im Namen aller Bauschaffenden, dass einer der größten Kostentreiber im Wohnungsbau bekämpft werden soll. Die politisch gewollte Verknappung von Bauland und dessen Verkauf zu Höchstpreisen hat zwar den Etat des Bundesfinanzministers entlastet, aber die Schaffung bezahlbaren Wohnraums behindert. Damit muss Schluss sein.

Familien beim Erwerb von Wohneigentum zu unterstützen, ist begrüßenswert. Das geplante Baukindergeld trägt aber nicht dazu bei, den eklatanten Wohnungsmangel in den Ballungszentren zu beseitigen. Was wir hier brauchen, sind kluge Konzepte für kostenoptimierte Geschossbauten mit bezahlbaren Mieten. In den sieben größten Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf wurden 2017 mehr als 90 Prozent der Neubauwohnungen für deutlich mehr als zehn Euro netto pro Quadratmeter inseriert. Dort liegen die durchschnittlichen Angebotsmieten auch für Bestandsgebäude mittlerweile bei über zehn Euro netto je Quadratmeter. Das geht aus einer Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor. Gleichzeitig gingen im letzten Jahr die Baugenehmigungen um nahezu zehn Prozent zurück.

Steigende Baulandpreise, hohe Baunebenkosten, langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie kostspielige Verordnungen verteuern nach wie vor den Wohnungsbau. Bund, Länder und Kommunen müssen viel stärker als bisher an einem Strang ziehen, um diese Kostentreiber in den Griff zu kriegen.

An den Bauausführenden liegt es erwiesenermaßen nicht, wenn die Mietpreise explodieren. Planer und Bauhandwerker beweisen seit Jahren, dass mit modernen Hochleistungsziegeln qualitativ hochwertige, hochwärmedämmende und nachhaltige Wohngebäude schnell und günstig für Kaltmieten deutlich unter zehn Euro pro Quadratmeter errichtet werden können.

Wir von der Ziegelindustrie werden also weiter für schnelles, kostengünstiges Bauen kämpfen und „dicke Bretter“ bohren müssen.

Es grüßt Sie herzlichst
Hans R. Peters

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