Wohnraum für alle

Pressereise der Deutschen Ziegelindustrie

Auf einer 75 Hektar großen Konversionsfläche entsteht die Mitte Altona mit Wohnungen für rund 10.000 Menschen. Foto: Lebensraum Ziegel / Christoph Große

Mai 2018 (PRG)Hamburg will eine Metropole für alle bleiben. Auch Lübeck arbeitet daran, geeigneten Wohnraum für unterschiedliche Bedarfe zu schaffen. Architekten und Bauherren stellen bei der Pressereise der Initiative Lebensraum Ziegel am 29. und 30. Mai aktuelle Bauvorhaben in den Hansestädten vor. Mit Architektur- und Baufachjournalisten aus ganz Deutschland diskutieren sie Herausforderungen und Realität von Stadtentwicklung.

Damit Wohn- und Lebensqualität nicht zum Luxusgut wird, ist vorausschauende Wohnungsbaupolitik nötig. Zwischen 2011 und 2015 wurden in Hamburg laut Institut der deutschen Wirtschaft Köln lediglich 38 Prozent der benötigten Wohnungen gebaut. Es fehlt an kostengünstigem Bauland. Die Preise für Wohnraum steigen stetig. Im Dialog mit Architekturbüros, Projektentwicklern, Politik und Fachmedien will die deutsche Ziegelindustrie ihren Beitrag zu Wohnungsbaukonzepten und Stadtgestaltung leisten: Denn nachhaltiger, attraktiver und für alle Menschen bezahlbarer Wohnungsbau kann nur mit hochwertigen Baustoffen, wie etwa hochwärmedämmenden Hintermauerziegeln, realisiert werden.

Mit dem „Bündnis für das Wohnen“ setzt Hamburg seit 2011 verstärkt auf die Förderung des Wohnungsbaus. Deutschlands zweitgrößte Stadt mit über 1,86 Millionen Einwohnern wird bis 2035 auf rund 2,0 Millionen Einwohner wachsen. Vor allem junge Menschen zieht es in die Hansestadt. Zuzug, demografischer Wandel und veränderte Wohnbedürfnisse: Stadtentwicklung ist eine komplexe Aufgabe, mit wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aspekten. Städtebauliche Lösungen auf einer begrenzten Fläche heißen meist Konversion und Nachverdichtung.

2017 wurde in Hamburg der Neubau von insgesamt 13.411 Wohnungen genehmigt. Damit konnte das vereinbarte Ziel von 10.000 Wohnungen pro Jahr deutlich übertroffen werden. Das ist knapp doppelt so viel wie im Jahr 2011 mit 6.811 Genehmigungen. Auf den Bezirk Altona entfielen 1.584, auf Hamburg-Nord 2.226 Genehmigungen. In beiden Bezirken besuchen die Tourteilnehmer einzigartige Wohnungsbauprojekte.

Mitte Altona ist nach der HafenCity das zweitgrößte Baugebiet Hamburgs. Drei große Bauabschnitte sollen bis 2030 rund 10.000 Menschen neuen Wohn- und Lebensraum bieten. Im Drittelmix aus Eigentum, frei finanziertem und gefördertem Wohnraum entsteht ein gemischtes, lebendiges, grünes Viertel. Mehrere Häuser bilden jeweils einen Innenhof. Individuelle Fassaden aus rotem, grauem oder beigem Klinker lockern auf. Vorbild waren die benachbarten Altbauviertel. Ein drei Hektar großer Stadtteilpark ist geplant. 30 Prozent aller Wohnungen werden barrierefrei. Die größte Nachfrage kommt aus der Nachbarschaft – sowohl nach Eigentum als auch gefördertem Wohnraum. Durch den ersten Bauabschnitt auf dem ehemaligen Güterbahngelände, in dem 1.600 Menschen ihre neuen Wohnungen beziehen werden, führen Birgit Ferber und Jan Bernd Leffers. Am Modell veranschaulichen die Leiterin der Projektgruppe Mitte Altona bei der Stadtbehörde für Bauen und Wohnen und der Projektkoordinator der Behrendt Gruppe die Dimension des 16 Hektar großen Areals.

In Hamburg-Nord entsteht auf dem Gebiet eines ehemaligen Pflegeheims eine neue Siedlung mit 500 Wohnungen. Das Besondere: Im 5,7 Hektar großen Baugebiet Finkenau östlich der Alster erfährt das norddeutsche, klassisch-schmale Stadthaus eine Renaissance. Die Mischung von Größe, Proportion und Material ermöglicht hohe städtebauliche Qualität bei gleichzeitig dichter Bebauung. Vorgärten bereichern den Grünanteil der Stadt. Die Vermarktungskonzepte für das Quartier reichen vom hochwertigen Architektenhaus über Baugruppenprojekte bis zu Massivhaustypen. Auf zwei bis drei Geschossen und Staffelgeschoss ermöglichen die 26 „UpTownhouses“ am Dorothea-Bernstein-Weg vielfältige Wohn- und Nutzungsformen. Sechs Architekturbüros lieferten die Entwürfe. Architekt Timm Schönberg vom Büro Kraus Schönberg führt durch das Areal.

Gemeinschaftliches Wohnen verbindet die Baugruppe „Stadtfinken“ an der Leo-Leistikow-Allee mit hohem ökologischem Anspruch. Gebaut wird über dem geforderten Niveau – im Effizienzhaus-Plus-Standard. Vielfalt bei Architektur und Wohnangebot bieten verschiedene Ausführungen mit Balkonen, Dachterrassen und Gärten, die durch einen Gemeinschaftsbereich verbunden sind. Oliver Otte von Mudlaff & Otte Architekten erläutert das Konzept.

Im Stadtteil Neugraben-Fischbek im Bezirk Hamburg-Harburg wachsen unter der Dachmarke „Naturverbunden Wohnen“ drei neue Wohnviertel mit 4.500 Wohneinheiten für 15.000 Menschen. Auf der Konversionsfläche der Röttiger Kaserne entsteht das Quartier „Fischbeker Heidbrook“ mit Einzel-, Doppel- und Reihenhausbebauung sowie Geschosswohnungsbau. Das Quartier „Vogelkamp Neugraben“ wird zwischen S-Bahnhof Neugraben und dem Naturschutzgebiet Moorgürtel realisiert. Ergänzt durch Kitas und Nahversorgungszentren sind stabile, generationenübergreifende Nachbarschaften das Ziel. Im dritten Wohngebiet „Fischbeker Reethen“ entsteht eine Gartenstadt mit 2.200 Wohnungen. IBA-Hamburg-Geschäftsführerin Karen Pein und Projektkoordinatorin Silke Schumacher begleiten durch das Baugebiet „Vogelkamp Neugraben“.

Am zweiten Tag geht es nach Lübeck. Die mit 220.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Schleswig-Holsteins muss dringend für Entlastung am Wohnungsmarkt und Aufwertung von Stadtrandwohnlagen sorgen. Die städtische Grundstücks-Gesellschaft Trave mbH modernisiert und schafft attraktiven geförderten Wohnraum. Das Architektenehepaar Marie-Luise und Peter Zastrow sowie Trave-Geschäftsführer Dr. Matthias Rasch begleiten zu zwei Bauprojekten in den Stadtteilen Kücknitz und Moisling.

Lübeck-Moisling, im Südwesten zwischen Trave und Elbe-Lübeck-Kanal gelegen, hat seinen dörflichen Charakter längst verloren und ist heute durch Wohnblöcke aus den 1960er-Jahren geprägt. Beim Neubauprojekt „Sieben Moislinge“ am Schneewittchenweg setzt die Trave mbH auf Abriss statt Sanierung und wirkte mit von Zastrow und Zastrow entworfenen frei positionierten Drei- bis Viergeschossern dem Einwohnerschwund entgegen.

In Kücknitz wurde bis in die 1980er-Jahre Roheisen, Koks, Zement und Kupfer hergestellt. Aufgrund zunehmenden Leerstandes und einer Bewohnerstruktur aus sozial schwachen Bevölkerungsgruppen drohte Lübecks altes Industrieviertel zu einem problembelasteten Wohngebiet zu werden. Das Projekt „Wohnen mit Kindern“ setzt in der Tilsitstraße auf eine familiengerechte, kinderfreundliche und generationenübergreifende Nachbarschaft. Im Kontrast zur umliegenden Siedlungsstruktur entwarfen Zastrow und Zastrow Wohngebäude in lockerer Anordnung.

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