Bauphysik – Feuchteschutz

7. Ausführungsempfehlungen

  • Am Wandsockel ist im Bereich von etwa 20 cm unter Geländeoberkante (GOK) bis etwa 30 cm über GOK mit W4-E zu rechnen, falls nicht durch den Bemessungswasserstand oder aufgrund des ungedränten, wenig wasserdurchlässigen anstehenden Bodens mit W2-E zu rechnen ist.
  • Bei geputzten Sockelbereichen ohne außenseitige Dämmschicht, bei denen die Putzschicht bis in Höhe GOK geführt wird, werden als Sockelabdichtung vor allem mineralische Dichtungsschlämmen eingesetzt.
  • Bei zweischaligem Verblendmauerwerk hat sich seit langem eine Anordnung der Abdichtung auf der Außenseite der tragenden Innenschale bewährt.</li></ul>
  • Für Wände, deren Sockelputz bis zur GOK reicht, gilt folgende Ausnahme: Kann im Sockelbereich die Abdichtungsschicht erdberührter Wände hinterlaufsicher auf der Sockelabdichtung ausgeführt werden, darf die Abdichtungsschicht der erdberührten Wand 5 cm bis 20 cm unter GOK enden, z. B. Wandabdichtung (W1-E) aus PMBC auf Sockelabdichtung (W4-E) aus MDS [18].
  • Grundsätzlich ist an Stößen von Abdichtungsschichten stets eine Überlappung von ≥ 10 cm einzuhalten!
W4-E | Prinzip der Sockelabdichtung (Detail A+B) bei Spritzwasser und Querschnittsabdichtung (Detail B) bei Kapillarwasser
W4-E | Detail
Beispiel für eine Sockelabdichtung bei Anschluss einer monolithischen Planziegelaußenwand mit Sockelziegel auf einem wärmegedämmten Stahlbetonkeller
Beispiel für eine Sockelabdichtung bei Anschluss einer monolithischen Planziegelaußenwand mit Sockelziegel auf einem wärmegedämmten Stahlbetonkeller
Beispiel für eine Sockelabdichtung mit Dichtungsband bei Anschluss einer monolithischen Planziegelaußenwand auf einem wärmegedämmten Stahlbetonkeller
Beispiel für eine Sockelabdichtung mit Dichtungsband bei Anschluss einer monolithischen Planziegelaußenwand auf einem wärmegedämmten Stahlbetonkeller

01 Wärmedämmendes Planziegelmauerwerk im Erdgeschoss

02 Unterputz (Leichtputz) mit Oberputz

03 Querschnittsabdichtung nach DIN 18533, z. B. Bitumenbahn R 500, mineralische Dichtungsschlämme (MDS) oder gleichwertige Ausführung

04 Gewebe in Armierungsputz auf Sockelputz

05 Bituminöse (PMBC) oder mineralische Dichtungsschlämme (MDS) über Gelände führen mit Planmaß mind. 300 mm / Fertigmaß mind. 150 mm

06 Dichtungsband (im Bild grün), überlappend eingebaut

07 Mineralische Dichtungsschlämme (MDS), überstreichbar über Oberputz, mind. 50 mm über Gelände führen

08 Schutzschicht (z. B. Noppenbahn mit Vlies)

09 Perimeterdämmung, Typ PW nach DIN 4108-10

10 Bauwerksabdichtung nach DIN 18533

01.1 Sockelziegel bzw. Kimmziegel (wärmedämmendes Planziegelmauerwerk)

Hinweis:

Die fachgerechte Abdichtung von Gebäuden ist eine wichtige Planungsaufgabe. Zur Gewährleistung der fachgerechten Umsetzung der Planung ist eine Bauüberwachung während der Ausführung erforderlich. Die dargestellten Beispiele zeigen einen kleinen Ausschnitt an möglichen Lösungen. Die Abdichtung ist stets auf die jeweilige Bausituation anzupassen.

Literaturempfehlungen:

→     Richtlinie Fassadensockelputz: https://www.stuck-verband.de/www.stuck-verband.de
→     Sockelfibel: www.sockel-abdichtung.de
→     Technische Regeln - abc der Bitumenbahnen: www.derdichtebau.de

Beispiel für eine Sockelabdichtung bei Anschluss einer monolithischen Planziegelaußenwand auf einem Kellergeschoß mit wärmedämmenden Ziegelaußenwänden
Beispiel für eine Sockelabdichtung bei Anschluss einer monolithischen Planziegelaußenwand auf einem Kellergeschoß mit wärmedämmenden Ziegelaußenwänden

01 Wärmedämmendes Planziegelmauerwerk

02 Unterputz (Leichtputz) mit Oberputz

03 Querschnittsabdichtung nach DIN 18533, z. B. Bitumenbahn R 500, mineralische Dichtungsschlämme (MDS) oder gleichwertige Ausführung

04 Bauwerksabdichtung nach DIN 18533, die vom überlappenden Anschluß (mind. 100 mm) an der Bodenplatte aus WU-Beton bis in den Bereich der Sockelabdichtung geführt wird.

05 Gewebe in Armierungsputz auf Sockelputz

06 Mineralische Dichtungsschlämme (MDS), überstreichbar über Oberputz, mind. 50 mm über Gelände führen

07 Schutzschicht (z. B. Noppenbahn mit Vlies, Perimeter etc.)

08 Überlappungsstoß der Schutzschicht mind. 200 mm

09 Überlappungsstoß mind. 100 mm, heißgeklebt

10 Bauwerksabdichtung nach DIN 18533

11 Abdichtung um gefaste Kanten / gerundete Ecken führen

12 Bauwerksabdichtung auf Sauberkeitsschicht verlegt

13 Perimeterdämmung, lastabtragend unter PE-Folie und Bodenplatte

14 Elastomerbitumenschweißbahn, auf der wasserzugewandten Seite mit Trägereinlage PV oder KTP, Untergrund vorbehandelt mit Bitumen-Voranstrich, z. B. auf Emulsionsbasis

15 Rückläufiger Stoß

16 Schutzkappe, z. B. PYE PV 200 DD

17 Schutzbeton ober-/unterhalb der zweilagigen Abdichtung

18 Bewehrung (Vermeidung des Abscherens der Abdichtung)

Beispiel einer Abdichtung von erdberührten Kelleraußenwänden aus wärmedämmendem Ziegelmauerwerk - W2.1-E
Beispiel einer Abdichtung von erdberührten Kelleraußenwänden aus wärmedämmendem Ziegelmauerwerk - W2.1-E
Beispiel einer Abdichtung von erdberührten Kelleraußenwänden aus wärmedämmendem Ziegelmauerwerk - W2.2-E nach [19]
Beispiel einer Abdichtung von erdberührten Kelleraußenwänden aus wärmedämmendem Ziegelmauerwerk - W2.2-E nach [19]

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