Mauerwerk – Bemessung von Mauerwerk

4. Unbewehrtes Mauerwerk unter Schubbeanspruchung nach DIN EN 1996-1-1/NA

Schubbeanspruchung resultiert aus horizontalen Einwirkungen aus Wind, Erddruck, Erdbeben etc. Es wird zwischen Scheibenschub in Scheibenrichtung/Wandebene (z. B. Aussteifungswand) und Plattenschub in Richtung der Wanddicke (z. B. Erddruck) differenziert.

Wie das Bild unten zeigt, hängt die Schubtragfähigkeit von unbewehrtem Mauerwerk neben dem normgerechten Überbindemaß von folgenden Einflüssen ab:

  • Größe der vorhandenen Auflast
  • Haftscherfestigkeit des Mauermörtels
  • Steinzugfestigkeit

Nachweis der Schubbeanspruchung

Der rechnerische Nachweis auf Schubbeanspruchung sowie der räumlichen Steifigkeit darf entfallen, wenn das Gebäude offensichtlich ausreichend ausgesteift ist. Ist die gesicherte Aussteifung bei einem Bauwerk nicht von vornherein erkennbar, so ist ein rechnerischer Nachweis nach DIN EN 1996-1-1/NA zu prüfen.

Nachweis der Schubbeanspruchung

Nachweisstelle ist Wandfuß oder Wandmitte. Für den Bemessungswert der einwirkenden Querkraft gilt:

  • VEd = 1,5 · VQk

Beim Nachweis von Windscheiben (z. B. Aussteifungswände) liegen in der Regel größere Biegemomente vor, sodass der Lastfall mit der geringsten einwirkenden Normalkraft min. NEd zu berücksichtigen ist:

  • min. NEd = 1,0 · NGk

Mit dem Lastfall der größten Normalkraft max. NEd wird daneben ein mögliches Druckversagen überprüft:

  • max. NEd = 1,35 · NGk + 1,5 · NQk

Schubbeanspruchung in Plattenrichtung

Bemessungswert der Querkrafttragfähigkeit VRdlt (Plattenschub)

Nachweis der Randdehnung

Sofern die Haftscherfestigkeit rechnerisch angesetzt wird, ist unter charakteristischen Lasten Nk im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit die Randdehnung nachzuweisen.

Nachweis der Randdehnung

Schubbeanspruchung in Scheibenrichtung

Bemessungswert der Querkrafttragfähigkeit VRdlt (Scheibenschub)

Biegedrucktragfähigkeit und Doppelbiegung

Es ist stets auch zu prüfen, ob der Nachweis auf Biegedruck um die starke Achse (in Wandlängsrichtung) oder auf Doppelbiegung (kombinierte Beansprung um starke und schwache Wandachse) bemessungsrelevant wird.

Nachweisformat
Tragwiderstand NRd bei Biegedruck in Wandlängsrichtung
Tragwiderstand NRd bei Doppelbiegung

Materialkennwerte für die Ermittlung der Querkrafttragfähigkeit

Haftscherfestigkeiten fvk0 nach DIN EN 1996-1-1/NA
Steinzugfestigkeiten fbt,cal nach DIN EN 1996-1-1/NA
Mindestwert der umgerechneten mittleren Steindruckfestigkeit fst in N/mm² für Mauerziegel

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