Allgemeine Definitionen und Begriffe

Für Mauerziegel sind unter anderem die Normen DIN EN 771-1 in Verbindung mit DIN 20000-401 sowie für Keramikklinker DIN 105-4 relevant. Dort sind Definitionen und Begriffe – wie unten aufgeführt – hinterlegt. Hersteller produzieren und vertreiben Mauerziegel nach Norm oder, sofern diese z. B. durch Produktinnovation wesentlich davon abweichen, nach allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung.

Mauerstein

Vorgeformtes Element zur Herstellung von Mauerwerk

Mauerziegel

Mauerstein, der aus Ton oder anderen tonhaltigen Stoffen mit oder ohne Sand oder andere Zusätze bei einer ausreichend hohen Temperatur gebrannt wird, um einen keramischen Verbund zu erzielen.

Mauersteine der Kategorie I

Mauersteine mit einer deklarierten Druckfestigkeit, wobei die Wahrscheinlichkeit des Nichterreichens dieser Festigkeit 5 % nicht überschreiten darf. Festigkeit ermittelt aus mittlerem oder charakteristischem Wert.

Mauersteine der Kategorie II

Mauersteine, die das Vertrauensniveau für Mauersteine der Kategorie I nicht erreichen.

Geschütztes Mauerwerk

Tragendes oder nichttragendes Mauerwerk, das gegen eindringendes Wasser geschützt ist und keinen Kontakt zum Boden oder zum Grundwasser hat. Es kann sich entweder um das Mauerwerk in Außenwänden, das z.B. durch Putzschicht oder Verkleidung geschützt ist, oder um die innere Wandschale einer zweischaligen Wand oder um eine Innenwand handeln.

Ungeschütztes Mauerwerk

Tragendes oder nichttragendes Mauerwerk, das Regen, Frost oder Tau ausgesetzt sein kann, und/oder sich ohne einen geeigneten Schutz in Kontakt mit Boden oder Grundwasser befinden kann. Es kann sich um Mauerwerk in Außenwänden handeln, das völlig ungeschützt ist, oder für das ein begrenzter Schutz vorgesehen ist (z. B. durch eine dünne Putzschicht).

P-Ziegel (P = protectet = geschützt)

Mauerziegel für geschütztes Mauerwerk.

U-Ziegel (U = unprotectet = ungeschützt)

Mauerziegel für ungeschütztes Mauerwerk.

Vollziegel (Mz)

Mauerziegel, dessen Querschnitt durch Lochung senkrecht zur Lagerfläche bis 15 % gemindert sein darf oder Mulden aufweist, deren Anteil höchstens 20 % bezogen auf das Volumen der Ziegel betragen darf.

Hochlochziegel (HLz)

Mauerziegel mit einem oder mehreren geformten Löchern, die den Mauerstein rechtwinklig zur Lagerfläche ganz durchdringen.

Füllziegel

Mauerziegel mit besonderer Lochung, die zur Verfüllung mit Beton oder Mörtel geeignet ist.

Blockziegel

Mauerziegel mit einer Steinhöhe > 123 mm, dessen Querschnitt durch Lochung senkrecht zur Lagerfuge bis 15 % der Lagerfläche gemindert sein darf.

Planziegel (P)

Mauerziegel mit besonderer Maßhaltigkeit hinsichtlich der Ziegelhöhe, der i.d.R. nach Zulassung geregelt ist.
Hinweis: Die Abkürzung P für Planziegel wird nie alleinstehend, sondern stets in Verbindung mit dem Kurzzeichen Lochungsart dargestellt, z.B. PHLzB.

Ergänzungsziegel

Mauerziegel in einer für einen bestimmten Zweck gestalteten Form, z. B. um die Form des Mauerwerks zu vervollständigen.

Langlochziegel (Lz)

Mauerziegel mit Löchern, die den Mauerstein parallel zur Lagerfläche ganz durchdringen.

Hintermauerziegel

P-Ziegel zur Verwendung in geschütztem Mauerwerk.

Vormauerziegel (V)

U-Ziegel (auch mit strukturierter Oberfläche) zur Verwendung in ungeschütztem Mauerwerk. Der Frostwiderstand wird durch Prüfung nachgewiesen.

Klinker (K)

Oberflächig gesinterter U-Ziegel (Oberfläche ggf. strukturiert) mit Anforderungen an die Wasseraufnahme, die Druckfestigkeitsklasse und die mittlere Nettotrockenrohdichte (Scherbenrohdichte).

Hochfester Ziegel

Ziegel mindestens der Druckfestigkeitsklasse 36.

Keramikklinker

Mauerstein, der aus Ton oder anderen tonhaltigen Stoffen mit oder ohne Sand, Brennstoffen oder anderen Zusätzen hergestellt ist und bei ausreichend hoher Temperatur gebrannt wird, um einen keramischen Verbund zu erzielen sowie mit einer Wasseraufnahme bis 6 % (Massenanteil), mindestens der Druckfestigkeitsklasse 60, einer Rohdichteklasse ≥ 1,4 und mit Anforderungen an die Ritzhärte, Farb- und Lichtbeständigkeit, Säure- und Laugenbeständigkeit, an das Aussehen der Ansichtsfläche und den Frostwiderstand.

Keramikvollklinker (KK)

Keramikklinker, dessen Querschnitt durch Lochung senkrecht zur Lagerfläche bis 15 % gemindert sein darf.

Keramikhochlochklinker (KHK)

Keramikklinker mit senkrecht zur Lagerfläche verlaufender Lochungsart A oder B.

Mauertafelziegel

Mauerziegel HLzA, HLzB, HLzE oder HLzW, der zur Herstellung von bewehrtem Mauerwerk oder geschosshohen Tafeln aus Mauerwerk mit senkrechten Kanälen zur Verfüllung mit Mörtel oder Beton geeignet ist.

Handformziegel

Vollziegel mit unregelmäßiger Oberfläche, dessen Gestalt von der prismatischen Form geringfügig abweichen darf.

Sperrschicht-Ziegel

Mauerziegel, der im Verband in zwei Schichten mit wasserabweisendem Mörtel vermauert, aufsteigender Feuchte im Mauerwerk widersteht.

Verbindungssystem

Geformte, zusammenpassende Vor- und Rücksprünge an Mauersteinen – z. B. Nut- und Feder-Systeme.

Vertikale Lochung

Löcher, die den Mauerziegel rechtwinklig zur Lagerfläche ganz durchdringen.

Horizontale Lochung

Löcher, die den Mauerziegel parallel zur Lagerfläche ganz durchdringen.

Kammer

Aussparung, die den Mauerziegel nicht durchdringt.

Mulde

Vertiefung in einer oder beiden Lagerflächen des Mauerziegels.

Aussparung

Vertiefung oder Einschnitt in einer oder mehreren Oberflächen des Mauerziegels – z. B. Mörteltasche, Putzrille, Griffloch.

Griffloch

Loch in einem Mauerziegel, das ein leichteres Greifen oder Heben mit Hand oder Maschine ermöglicht.

Außensteg

Material zwischen der Lochung und der Außenfläche des Mauerziegels.

Innensteg

Material zwischen den Lochungen im Mauerziegel.

Stegdickensumme

Summe der Dicken der Außenwandungen (Außenstege) und Stege (Innenstege), welche von einer Läufer- bzw. Stirnfläche eines Mauerziegels bis zur gegenüberliegenden Läufer- bzw. Stirnfläche entlang eines beliebigen Weges über die geformten Löcher im Mauerziegel gemessen den kleinsten Wert ergibt; angegeben als prozentualer Anteil der Breite (Längsstegdickensumme) bzw. der Länge (Querstegdickensumme) des Mauerziegels.

Koordinierungsmaß

Einem Mauerstein zugehörendes Maß einschließlich des Fugenmaßes und der Abmaße.

Sollmaß

Für die Herstellung eines Mauersteins festgelegtes Maß, mit dem das Istmaß innerhalb zulässiger Grenzabmaße übereinstimmt.

Istmaß

Am Mauerstein gemessenes Maß.

Bezeichnung von Ziegeln

Es gelten folgende Kurzzeichen für die jeweiligen Ziegel- bzw. Lochungsarten:

HLz Hochlochziegel
Lz Langlochziegel
Mz Vollziegel
VMz Vormauer-Vollziegel
VHLz Vormauer-Hochlochziegel
KMz Vollklinker
KHLz Hochlochklinker
KK Keramikvollklinker
KHK Keramikhochlochklinker

Ziegel werden in folgender Reihenfolge bezeichnet:
Ziegelart, Druckfestigkeit, Ziegelrohdichte, Abmessun-gen in mm oder Format-Kurzzeichen. Bei großformatigen P-Ziegeln ist bei der Angabe des Ziegelformates in DF die Nennung der Wärmestromrichtung durch Angabe der vorgesehenen Wanddicke notwendig.

Beispiel:

Allgemeine Bezeichnungen bei einem Hochlochziegel (Bild links) und einem Vollziegel (Bild rechts)

Neues aus der Welt der Ziegel

Sie haben interessante Informationen oder wollen eine Veranstaltung auf Lebensraum Ziegel veröffentlichen?
Dann nutzen Sie unseren Service!

 

zum Veröffentlichungsservice