Mauerziegel – Anforderungen an Mauerziegel

4. Brutto- und Nettotrockenrohdichte

Bruttotrockenrohdichte (Ziegelrohdichte)

Der deklarierte Mittelwert der Bruttotrockenrohdichte muss eindeutig der entsprechenden Rohdichteklasse nach Tab. A.7, DIN 20000-401 zugeordnet werden können. Das ist gegeben, wenn der deklarierte Mittelwert der Bruttotrockenrohdichte unter Berücksichtigung der Toleranzklasse (untere und obere Grenze für den Schwankungsbereich nach den Gleichungen (1) bis (6)) die Klassengrenzen der Rohdichte nach der Tab. A.7 ...

a) nicht unter- bzw. überschreitet;

b) unter- bzw. überschreitet, die deklarierten größten und kleinsten Einzelwerte jedoch dem Wertebereich einer Rohdichteklasse entsprechen.

Zulässige Abweichungen (DIN EN 771-1:2015-11)

Zulässige Abweichungen

Mittelwert

  • Der deklarierte Mittelwert der Bruttotrockenrohdichte ist durch Faktoren umzurechnen auf die untere bzw. obere Grenze des Schwankungsbereiches für den Mittelwert der Bruttotrockenrohdichte ρmin,max.
  • Die Faktoren sind der deklarierten Toleranzklasse zugeordnet (D1: [0,9] bzw. [1/0,9]; D2: [0,95] bzw. [1/0,95]; Dm: [–] sinngemäß).
  • Der Schwankungsbereich der Toleranzklasse Dm (0 % ≤ Dm ≤ 10 %) darf nicht größer sein als der Schwankungsbereich der Toleranzklasse D1.
  • In Abhängigkeit der deklarierten Toleranzklasse D1, D2 bzw. Dm ergeben sich folgende Umrechnungen für die Bestimmung der unteren und oberen Grenze für den Schwankungsbereich des Mittelwertes:

Untere und obere Grenze für den Schwankungsbereich des Mittelwertes (DIN 20000-401:2017-01)

Untere und obere Grenze für den Schwankungsbereich des Mittelwertes

Einzelwert

Sofern der Hersteller die kleinsten und die größten Einzelwerte der Bruttotrockenrohdichte deklariert hat, müssen diese der entsprechenden Rohdichteklasse der Tabelle A.7 eindeutig zugeordnet werden können. Das heißt, der kleinste und auch der größte Einzelwert müssen dem Wertebereich einer Rohdichteklasse entsprechen. Werden die kleinsten Einzelwerte minx und die größten Einzelwerte maxx nicht deklariert, müssen diese unter Bezug auf die Gleichungen (1) bis (6) wie folgt rechnerisch abgeschätzt werden:

minx = 0,9 · ρD1min (bzw. ρD2min, ρDmin) (Gl. 7)
maxx = 1,1 · ρD1max (bzw. ρD2max, ρDmax) (Gl. 8)

Die Ergebnisse der Umrechnungen aus Gleichungen (1) bis (8) dürfen die in Tab. A.7 angegebenen Grenzen der jeweiligen Rohdichteklasse unter- / überschreiten

  • um ≤ 50 kg/m³ bei Rohdichten ≤ 1000 kg/m³ bzw.
  • um ≤ 100 kg/m³ bei Rohdichten > 1000 kg/m³.

Ziegelrohdichteklassen von Mauerziegeln und Keramikklinkern (Tab. A.7, DIN 20000-401 und Tab. 3, DIN 105-4)

Ziegelrohdichteklassen von Mauerziegeln und Keramikklinkern

Nettotrockenrohdichte (Scherbenrohdichte)

  • Zur Beurteilung der Eigenschaften von Klinkern ist die Angabe der Nettotrockenrohdichte (Mittelwert, gegebenenfalls kleinster Einzelwert) erforderlich.
  • Beurteilungsgrundlage ist der deklarierte Mittelwert und gegebenenfalls der kleinste Einzelwert der Nettotrockenrohdichte.

  • Die Schwankung des Mittelwertes darf höchstens der Toleranzklasse D2 entsprechen.
  • Erforderliche mittlere Nettotrockenrohdichte bei ...

    • Klinkern ≥ 1900 kg/m³ (kleinster Einzelwert: 1800 kg/m³)
    • Keramikklinkern ≥ 2000 kg/m³ (kleinster Einzelwert: 1900 kg/m³)

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