Mauerziegel – Mauerziegel und Erzänzungsprodukte

3. Ergänzungsprodukte, Sonderziegel, Zubehör

Abmauerziegel, Deckenrandschale, Deckenrandelement

ermöglichen die Herstellung eines konstruktiv sicheren Deckenrandes mit keramischer Ziegeloberfläche als idealer, homogener Putzgrund. Bei Verwendung von Deckenabmauerziegeln ist die erforderliche Wärmedämmung im Konstruktionsaufbau bauseits einzubauen. Bei Deckenrandschalen und Deckenrandelementen wird die Wärmedämmung werkseitig auf Langlochziegel, Hochlochziegel oder Ziegelschalen aufgeklebt.

Mit Einführung der harmonisierten Mauerwerksnorm DIN EN 1996 wurden die konstruktiven Randbedingungen für das Deckenauflager erstmals konkret definiert. Für das überwiegend angewendete vereinfachte Bemessungsverfahren nach DIN 1996-3 sind folgende Mindestdeckenauflagertiefen a gefordert:

  • Wanddicke t = 365 mm: a ≥ 0,45 · t
  • alle weiteren Wanddicken: a ≥ 0,5 · t

Produkte für die Ausführung einer regulären Deckenauflagertiefe nach DIN EN 1996-3

Deckenabmauerziegel:  Wärmedämmung wird bauseits montiert
Deckenabmauerziegel:
Wärmedämmung wird bauseits montiert
Langlochziegel + werkseitig aufgeklebte Mineralfaserdämmung WLG 035
Deckenrandschale Typ A:
Langlochziegel + werkseitig aufgeklebte Mineralfaserdämmung WLG 035 <sup>a)</sup>
65 mm Leichthochlochziegel + 80 mm Mineralfaserdämmung WLG 035
Deckenrandschale Typ B:
65 mm Leichthochlochziegel + 80 mm Mineralfaserdämmung WLG 035 <sup>a)</sup>
 

Alle unten aufgeführten Produktvarianten wurden in Hinblick auf die nach Energieeinsparverordnung erforderliche Minimierung der Wärmebrückeneinflüsse optimiert. Die Geometrie dieser Produkte wurde so gestaltet, dass die Gleichwertigkeit des referenzierten längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten Ψe ("Psi-Wert") nach Detail Nr. 71 aus DIN 4108 Beiblatt 2 mit Ψe ≤ 0,06 W/mK sichergestellt ist.

Um die erhöhten Anforderungen im Geschoßwohnungsbau hinsichtlich Statik, Wärme-, Schall- und Brandschutz in Einklang zu bringen, wurden neue Produkte für den Deckenrand entwickelt. Gegenüber den regulären Vorgaben der DIN EN 1996-3 wird für dieses Anwendungsge-biet eine vergrößerte Deckenauflagertiefe a empfohlen:

  • Geschoßwohnungsbau: a ≥ 2/3 · t

Produkte für die Ausführung einer vergrößerten Deckenauflagertiefe, z. B. im Geschoßwohnungsbau

Deckenrandschale Typ C:  Ziegelschale + werkseitig aufgeklebte Hartschaumdämmung WLG 032/0,32 a)
Deckenrandschale Typ C:
Ziegelschale + werkseitig aufgeklebte Hartschaumdämmung WLG 032/0,32 <sup>a)</sup>
Deckenrandelement:  Ziegelschale mit werkseitig aufgeklebter Hartschaumdämmung WLG 032/0,32
Deckenrandelement:
Ziegelschale mit werkseitig aufgeklebter Hartschaumdämmung WLG 032/0,32 <sup>a)</sup>
Variante mit Nut und Anker für Anschluss von Deckenrand ohne Auflager (z.B. bei deckengleichen Fenstern)
Variante mit Nut und Anker für Anschluss von Deckenrand ohne Auflager (z.B. bei deckengleichen Fenstern)
Deckenrandschale Typ D:  25/30 mm Leichthochlochziegel + 95/90 mm Mineralfaserdämmung WLG 035
Deckenrandschale Typ D:
25/30 mm Leichthochlochziegel + 95/90 mm Mineralfaserdämmung WLG 035 <sup>a)</sup>
 

a) WLG: Wärmeleitgruppe, z.B. 032 ≡ λ = 0,032 W/mK

Ziegel-Wärmedämmschalen

ermöglichen eine einfache, schalungsfreie, thermisch optimierte Ausführung von Ringbalken/-ringankern. Sie sind auch vertikal anwendbar (z.B. Kniestockstütze).

Ziegel-Wärmedämmschalen
Ziegel-Wärmedämmschale mit bauseits eingebrachtem Bewehrungskorb auf Abstandhaltern vor dem Betoniervorgang
Ziegel-Wärmedämmschale mit bauseits eingebrachtem Bewehrungskorb auf Abstandhaltern vor dem Betoniervorgang

Ziegel-Wärmedämmschalen bestehen aus zwei formstabilen Kunststoffschalen WLG 032 (λ = 0,032 W/mK) mit außenseitig angebrachten, 10 mm dicken Ziegelschalen zur Verbesserung des Putzgrundes. Die Dicke der Außenschale beträgt 80 mm, die der Innenschale 50 mm. Beide Schalen sind fest durch Distanzbügel aus Stahl miteinander verbunden. Für einen kraftschlüssigen Verbund zwischen Dämmschalen und Betonkern sorgen schwalbenschwanzförmige V-Nuten.

Variante der Ziegel-Wärmedämmschale mit oben liegenden Stahlhaltebügeln
Variante der Ziegel-Wärmedämmschale
mit oben liegenden Stahlhaltebügeln

Die regional angebotenen Ziegel-Wärmedämmschalen sind in folgenden Abmessungen lieferbar: Länge 1000 mm, Höhe 250 mm, Dicke 300, 365, 425 und 490 mm sowie als ergänzendes Eckelement.

Anhaltswerte für die Abmessungen [in mm] des Betonkerns für Stahlbetonringbalken in Ziegel-Wärmedämmschalen

U-Schalen und WU-Schalen

dienen als Schalungselement für Stahlbetonringanker und -balken oder Stahlbetonstürze und -unterzüge. Auch lassen sich damit Stahlbetonstützen integrieren.

U-Schale
U-Schale

In wärmegedämmter oder ungedämmter Ausführung weisen solche Ziegelprodukte, die nach dem Versetzen und Einbringen der Bewehrung mit Beton vergossen werden, wesentlich geringeres Schwindverhalten auf als reine Stahlbetonbauteile.

WU-Schalen mit integrierter Wärmedämmung
WU-Schalen mit integrierter Wärmedämmung
WU-Schale

U- und WU-Schalen aus Ziegel bilden gemeinsam mit dem angrenzenden Ziegelmauerwerk einen homogenen Putzgrund und bieten daher ideale Bedingun-gen für eine mangelfreie, dauerhafte Putzoberfläche.

WU-Schale als Schalung für eine Stahlbetonstütze
WU-Schale als Schalung für eine Stahlbetonstütze
WU-Schale als Schalung für einen Stahlbetonringbalken
WU-Schale als Schalung für einen Stahlbetonringbalken

Ziegelblenden

sind regional verfügbar und werden als wärmegedämmte Vorsatzschale vor Stahlbetonbauteilen eingesetzt – beispielsweise an Attiken oder Deckenränder mit Unter- bzw. Überzug. Die Befestigung erfolgt durch Stahlanker je nach statischer Anforderung. Eine individuelle Fertigung nach Kundenwunsch ist möglich.

Ziegelblende stehend und liegend, mit und ohne Wärmedämmung und Verankerung
Ziegelblende stehend und liegend, mit und ohne Wärmedämmung und Verankerung

Die Dicke der Wärmedämmung kann bis zu 120 mm betragen. Durch den Einsatz von Ziegelblenden vor Stahlbetonbauteilen kann ein optimaler, einheitlicher Putzgrund im Übergang zum monolithischen Ziegelmauerwerk hergestellt werden.

Ziegelblende vor einer aussteifenden Stahlbetonwandscheibe
Ziegelblende vor einer aussteifenden Stahlbetonwandscheibe

Höhenausgleichziegel

Höhenausgleichziegel

sind zur Ausführung von Fensterbrüstungs- und Raumhöhen notwendig, die vom Raster der Ziegelschichthöhe von 25 cm (Ziegel + Mörtel) abweichen. Neben dem bislang häufig angewendeten Höhenausgleich mit üblichen kleinformatigen Blockziegeln im Dickbettmörtel – z. B. in Formaten NF, 2DF und 3DF – bieten einige Ziegelhersteller auch werkseitig planeben geschliffene Höhenausgleichsziegel in diversen Höhenabstufungen, Wanddicken und Wärmeleitfähigkeiten an, die mit Dünnbettmörtel verarbeitet werden können. Hintergrund ist eine wirtschaftlichere Ausführung mit reduziertem Schneideaufwand auf der Baustelle. In manchen Regionen werden herkömmliche Planziegel für den Höhenausgleich auch bauseits geschnitten. Dabei wird der geschnittene Planziegel am Wandfuß mit der Schnittfläche nach unten in den Anlegemörtel eingebettet und daher auch als "Kimmziegel" bezeichnet.

Schachtziegel

sind regional verfügbar, mit Hohlkammer zur späteren Verwendung beispielsweise als Installationsschacht genutzt werden kann.

Eck- und Anfängerziegel

An den Gebäudeecken sowie am Beginn und Ende von Wandscheiben bzw. Pfeilern ist die Einhaltung des Überbindemaßes nach DIN EN 1996 ebenso zu beachten wie in den restlichen Bereichen des Mauerwerks.

Um die Verbandsregeln in der Praxis sicherzustellen, bieten Ziegelhersteller für jede Wandstärke und Anschlagseite Eck- und Anfängerziegel an. Diese haben zudem die Besonderheit, dass sie leibungsseitig statt der üblichen Nut- und Federverzahnung glatt bzw. mit Putzrillen angeboten werden. Dadurch ist die für den luftdichten Einbau von Fenstern und Türen erforderliche optimale Oberflächenstruktur gegeben.

Bei Verzicht auf werkseitig vorgefertigte Eck- und Anfängerziegel müssen die Ziegel bauseits unter zusätzlichem Zeitaufwand paßgenau geschnitten werden. An Laibungen und Mauerecken sind die Schnittstellen sowie außenliegende Nut- und Federabschnitte ab einer Tiefe > 8 mm zusätzlich mit Mörtel abzugleichen.

Laibungsziegel

Laibung

werden als Anfängerziegel an Tür-/Fensteröffnungen eingebaut, um eine sichere Befestigung von Tür und Fenster zu ermöglichen. Regional werden auch Laibungsziegel mit keramischem Verstärkungskern angeboten, um die Tragfähigkeit z. B. bei absturzsichernden Befestigungen wie deckengleichen Fenstern zu erhöhen. (→ Kapitel Befestigungstechnik)

Laibungsziegel mit keramischem Verstärkungskern
Beispiele: Laibungsziegel mit keramischem Verstärkungskern
Laibungsziegel mit keramischem Verstärkungskern
befestigungstechnik Laibungsziegel

Anschlagziegel und Ziegel-Anschlagschalen

Ziegel-Anschlagschale für Fenster- und Türöffnungen
Ziegel-Anschlagschale für Fenster- und Türöffnungen

ermöglichen die Herstellung von Tür- und Fensteranschlägen, die durch außenseitiges Überdämmen des Tür- oder Fensterrahmens den längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten reduzieren. Anschlagziegel werden im Werk als Formziegel mit Anschlag gepresst. Alternativ werden auch wärmegedämmte Anschlagschalen angeboten – u-förmige Formziegel mit werkseitig integrierter Wärmedämmung, die mit Dünnbettmörtel als Anschlag an das Mauerwerk geklebt werden.

Ziegel-Anschlagschale
Ziegel-Anschlagschale
Anschlagziegel
Anschlagziegel

Ziegel-Rolladenkasten, -Raffstorekasten, -Jalousiekasten

Moderne Rollladen-, Jalousie und Raffstorekästen aus Ziegelformteilen gewährleisten Wärme-, Schall- und Brandschutz. Als raumseitig geschlossene, wärmegedämmte Bauteile tragen sie zur Erfüllung der Anforderungen nach EnEV bei, sind luftdicht und weisen vergleichbar geringe Wärmedurchgangskoeffizienten auf. Die längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten liegen deutlich unter den Referenzwerten der maßgebenden Details Nr. 60/61 nach DIN 4108 Beiblatt 2. Die Gleichwertigkeit ist somit für alle Anschlusssituationen gegeben. → siehe: Abschnitt "Wärmebrücken"

Der nach EnEV erforderliche Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes auf Basis von DIN 4108-2 darf entfallen, wenn bei Wohngebäuden der grundflächenbezogene Fensterflächenanteil des kritischen Raums fWG ≤ 35% und der Abminderungsfaktor FC ≤ 0,30 (bei einem Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung von g > 0,40) bzw. FC ≤ 0,35 (bei g ≤ 0,40) liegt.

Sonnenschutzvorrichtungen wie Rollläden, Jalousien oder Raffstore erfüllen diese Abminderungsfaktoren und tragen damit zu einem behaglichen Innenraumklima während der heißen Sommermonate bei.

Auch die Luftschalldämmung ist durch bauakustische Prüfberichte nachgewiesen. Bewertete Luftschalldämm-Maße von Rw = 48 bis 49 dB sowie bewertete Normschallpegeldifferenzen von Dn,e,w = 62 bis 64 dB belegen die hohe Schallschutzwirkung der neuesten Generation innovativer Ziegel-Rollladen-, -Jalousie- und -Raffstorekästen mit deutlichen Vorteilen gegenüber Leichtbaukästen.

Die statisch selbsttragenden vorgefertigten Bauelemente aus Ziegelformteilen erfordern beim Einbau keine Schalung oder Übermauerung mit Ziegelstürzen. Zusätzliche Lasten dürfen nicht über die Kästen abgetragen werden. Sie sind bis 2,00 m Länge von Hand versetzbar und ab einer Kastenlänge von 1,50 m bei der Montage fachgerecht zu unterstützen. Erhältlich sind Sie auch in abgewinkelter Form sowie ohne Auflagerung zur Abhängung an Stahlbetondecken. Bei Bestellung sollte stets die Rohbaulichte der Fensteröffnung angegeben werden (Bestelllänge = Rohbaulichte + 2 x 12 cm Auflager). Lieferlängen bis max. 6,0 m sind beliebig im Raster von 12,5 cm möglich.

Gurtwickler-Ziegel

ermöglichen den Einbau des Gurtwicklers ohne unzulässige Stemmarbeiten. Durch seine Normmaße wird der Gurtwickler-Ziegel im Verband mit eingemauert.

Ziegel-Heiz- und Kühlelement

Eine sehr behagliche Art der Wärmeübergabe stellen Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizung dar. Sie übertragen thermische Energie vornehmlich über Wärmestrahlung, die vom menschlichen Körper als sehr angenehm empfunden wird. Auch lösen sie Probleme der Stellflächenknappheit und Verletzungsgefahr besser als herkömmliche Heizkörper. Eine Möglichkeit, die hohe Wärmespeicherfähigkeit des Baustoffs Ziegel für die Wärmeübertragung zu nutzen, ist hier exemplarisch anhand des Ziegel-Heizelements dargestellt. Dazu werden Ziegel-Langlochplatten werkseitig zu anschlussfertigen Heizelementen aufbereitet.

Ziegelheizelement: Langlochziegel mit integriertem Heizstrang
Ziegelheizelement: Langlochziegel mit integriertem Heizstrang

Ziegel-Heizelemente werden im Standardraster mit einer Höhe von 500 mm, Länge von 600 mm und Breite von 50 mm angeboten und können mit beliebig vielen Segmenten bis zu einer Rohrlänge von maximal 110 m aneinander gereiht oder übereinander verbaut werden. Die Elemente sind individuell nach Maßvorgabe konfektionierbar. Empfohlen werden 3-5 Segmente je Element. Das Ziegel-Heizelement ist als Fußboden- sowie als Wandheiz- bzw. -kühlsystem einsetzbar.

Ziegel-Heiz-und-Kühlelement, das im Verbund mit einer Wärmepumpe für Vorlauftemperaturen von 35 °C eingesetzt wird.
Ziegel-Heiz-und-Kühlelement, das im Verbund mit einer Wärmepumpe für Vorlauftemperaturen von 35 °C eingesetzt wird.

Akustikziegel

Akustikziegelwände sind ein Anwendungssystem für den Innen- und Außenbereich zur Verbesserung der raumakustischen Qualität. Sie werden als Vorsatzschalen mit Mineralfaserplatten im Schalenzwischenraum zur Schalldämmung ausgeführt. Die schallabsorbierende Wirkung wurde nach ZTV-Lw 88 nachgewiesen. Das Prüfzeugnis bestätigt, dass die hochabsorbierende Akustik-Ziegelwand im Frequenzbereich von 250 bis 4000 Hz nahezu 100% der Schallenergie absorbiert. Daneben ermöglichen Akustikziegel eine anspruchsvolle Ästhetik. Sie sind in verschiedenen Farbtönen lieferbar, alterungbeständig, robust und wartungsfrei.

Akustik-Ziegelwände für den Innenbereich (Bild 1) und Außenbereich (Bild 2). Bild 3: Abmessungen von Akustik-Ziegeln
Akustik-Ziegelwände für den Innenbereich (Bild 1) und Außenbereich (Bild 2). Bild 3: Abmessungen von Akustik-Ziegeln
Akustik-Ziegelwände in einem Unterrichtsraum zur Verbesserung der Raumakustik durch Reduzierung der Nachhallzeit
Akustik-Ziegelwände in einem Unterrichtsraum zur Verbesserung der Raumakustik durch Reduzierung der Nachhallzeit

Ziegel-Flachstürze

Die Flachsturz-Richtlinie aus dem Jahr 1977 wurde Anfang 2009 aus den Listen der technischen Baubestimmungen gestrichen und damit außer Kraft gesetzt. Daher wurden von den Mauersteinherstellern bauaufsichtliche Zulassungen für Flachstürze beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) beantragt. Die Regelungen der Flachsturz-Richtlinie wurden in die Zulassung Z-17.1-9731) überführt. Daneben wurde die Zulassung Z-17.1-9811) erteilt, durch die erstmalig die Übermauerung von nichttragenden Stürzen in Ziegelmauerwerk mit unvermörtelten Stoßfugen möglich ist.

Zulassung Z-17.1-9731) für Flachstürze mit bewehrten Zuggurten2) in Ziegelformsteinen

  • enthält die Regeln der bisherigen Flachsturz-Richtlinie nach Umstellung auf das Teilsicherheitskonzept mit allen einschränkenden Randbedingungen, z.B.:

    • Vermörtelung der Stoßfugen in der Übermauerung
    • Druckfestigkeitsklasse für die Übermauerung ≥ 12

  • Flachsturz-Hersteller bieten Typenstatiken zur einfachen Vordimensionierung an.

1) Download der Zulassungen: www.argemauerziegel.de
2) Zuggurte sind bewehrte Stahlbeton-Fertigteile, erstellt in schalenförmigen Ziegel-Formsteinen.

links: Zuggurt ohne Wärmedämmung
rechts: Wärmedämmsturz

Zulassung Z-17.1-9811) für nichttragende Flachstürze aus Zuggurten in Ziegel-Formsteinen mit oder ohne Wärmedämmung und Ziegelmauerwerk mit unvermörtelten Stoßfugen

  • regelt nichttragende3) Flachstürze aus schlaff bewehrten Zuggurten in Ziegelformsteinen ergänzt durch Übermauerung aus Ziegelmauerwerk mit oder ohne Stoßfugenvermörtelung, die nur durch die Eigenlast der Übermauerung belastet werden.

3) „Nichttragend“: Übermauerungshöhe ≤ 1,00 m, so dass z.B. bei Außenwand d = 36,5 cm zulässige Linienlast ≤  3,3 kN/m

Randbedingungen nach Z-17.1-981 für Flachstürze mit unvermörtelten Stoßfugen in der Übermauerung

Wärmeschutz bei Flachstürzen in Außenwänden

Die Anforderungen an den Wärmeschutz fordern eine sorgfältige Ausführung im Bereich von Wärmebrücken. Dies betrifft auch Flachstürze. Zulassung Z-17.1-981 berücksichtigt dies durch die Regelungen für 113 mm hohe Zuggurte mit integrierter Wärmedämmung („Wärmedämmstürze“) in den Wanddicken 300 bis 490 mm. Diese können bereits mit einlagiger Übermauerung (Rohdichteklasse ≤ 0,9) ab 125 mm Höhe ausgeführt werden. Bild 1 zeigt die wesentlichen Anforderungen an Wärmedämmstürze. Darüber hinaus ist auch die Anordnung von 113 mm hohen Zuggurten mit bauseits eingebrachter Wärmedämmung zwischen den Zuggurten möglich (Bild 2 + 3). Als bauseitige Dämmung dürfen alle mindestens normalentflammbaren Wärmedämmstoffe nach DIN EN 13162 bis 13166 (Mineralwolle, expandiertes Polystyrol (EPS), extrudiertes Polystyrol (XPS), Polyurethan-Hartschaum (PUR) und Phenolharzschaum (PF)) eingesetzt werden.

Brandschutz

Zuggurte von Flachstürzen nach Z-17.1-981 sind unverputzt ab 175 mm Breite und dreiseitig verputzt bereits ab 115 mm in die Feuerwiderstandsklasse F 90 eingestuft. Bei Einbau brennbarer Wärmedämmung lautet die Benennung F 90-AB.

Ausführungshinweise

  • Flachsturz darf außer seinem Eigengewicht keine weiteren Lasten abtragen. Dies ist auch konstruktiv zu berücksichtigen, z.B. deckengleicher Unterzug.
  • Bei Erstellung von Stürzen mit Stützweiten ≥ 1,13 m wird eine Montagestütze benötigt. Diese darf in der Regel erst 7 Tage nach Erstellung des Flachsturzes bzw. des darüber liegenden deckengleichen Unterzuges entfernt werden.
  • Zuggurte sind vor Erstellung der Übermauerung zu reinigen und vorzunässen.
  • Bei unvermörtelten Stoßfugen: Ziegel knirsch stoßen
Bild 1: Wärmedämmstürze
Bild 2 (Mitte) und Bild 3 (rechts): Mögliche Anordnung von Zuggurten für Flachziegelstürze mit bauseitiger Wärmedämmung

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